Dr. Robin Kohler hat mit seiner Forschung wesentlich dazu beigetragen, die molekularen Regulationsmechanismen der Zellteilung besser zu verstehen, deren Fehlsteuerung zur Entstehung von Krebs führen kann. Seine wissenschaftlichen Publikationen über die bekanntesten zwei Brustkrebsgene und andere relevante Krebsgene, liefern zentrale Erkenntnisse über die Kontrolle verschiedener Regulatoren, die den Zellzyklus und die Zellteilung steuern. Hierzu zählt ein klinisch wichtiger Tumormarker. Mit einem von ihm entwickelten Test konnte Dr. Kohler nachweisen, dass Krebszellen für ihre Teilung auf spezielle Protein-Familien angewiesen sind – eine Entdeckung, die bereits heute in Forschungsprojekten der Universitätsmedizin Leipzig als Grundlage für die Entwicklung neuer Therapieansätze dient.
Dr. Nikolas Schopow wird für seine Untersuchungen zur molekularen Charakterisierung seltener Weichgewebs- und Knochentumoren, sogenannter Sarkome, ausgezeichnet. Durch die Anwendung moderner, bioinformatischer sowie maschineller Lernverfahren auf internationalen Tumordatenbanken gelang es seiner Arbeitsgruppe, neue molekulare Subtypen und sechs bislang unbekannte Gene zu identifizieren, die mit dem Krankheitsverlauf, der Immunantwort und der Therapieempfindlichkeit verbunden sind. Diese Erkenntnisse könnten den Weg zu personalisierten Krebstherapien ebnen und das Verständnis der biologischen Grundlagen dieser seltenen Tumore erheblich erweitern.
Zu den Preisträgern:
Dr. Robin Kohler studierte Biochemie an der Universität Leipzig und promovierte in der Arbeitsgruppe Molekulare Onkologie bei Prof. Kurt Engeland, Klinik für Frauenheilkunde am Universitätsklinikum Leipzig. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit engagiert er sich als Vorstandsvorsitzender des gemeinnützigen Vereins Break the Fake e.V., der sich der Wissensvermittlung über Desinformation widmet.
Dr. Nikolas Schopow studierte Medizin in Göttingen und Leipzig sowie Gesundheitsökonomie und Medizinrecht in Münster. Im Rahmen seiner Promotion bei Prof. Ingo Bechmann entwickelte er eine humane Gewebekulturmethode weiter. Seine Facharztausbildung für Orthopädie und Unfallchirurgie absolvierte er am Universitätsklinikum Leipzig und legte dabei einen Schwerpunkt auf onkologische Fragestellungen. Derzeit ist er als Gastwissenschaftler und Dozent an der Universitätsmedizin Leipzig tätig.
Zum Preis:
Die Helga-Reifert-Stiftung zeichnet junge Wissenschaftler:innen für experimentelle Krebsforschung aus. Das Anliegen der 2023 verstorbenen Stifterin und gebürtigen Leipzigerin Helga Reifert war es, die Krebsforschung zu unterstützen, indem innovative Ansätze gefördert werden, deren Ergebnisse zur klinischen Anwendung gebracht werden können. Helga Reifert lebte viele Jahrzehnte in Regensburg. Der Forschungspreis wird nach ihrem Tod weiterhin an die Universitäten Leipzig und Regensburg vergeben – im Jahr 2025 zum 20. Mal.
Anne Grimm

