Das Ziel unserer Arbeit in der Geriatrie ist es, gesundes Altern und Wohlbefinden bis in die späten Lebensjahre zu ermöglichen. Dieses Ziel verfolgen wir sowohl in unserer klinischen Versorgung, als auch in der Forschung. Forschung ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit im Universitätsklinikum, denn nur so können wissenschaftlich fundierte Informationen gesammelt und in der Versorgung eingesetzt werden.
Wir verfolgen daher einen translationalen Ansatz, bei dem wissenschaftliche Methoden und klinische Strukturen eng verknüpft sind. Unser Forschungsnetzwerk ermöglicht es uns, umfangreiche epidemiologische, klinische, biochemische, bildgebende und versorgungsmedizinische Daten systematisch zu sammeln und auszuwerten. Dabei untersuchen und befragen wir nicht nur unsere PatientInnen auf unseren Stationen, sondern arbeiten auch krankenhausübergreifend mit älteren Menschen, niedergelassenen ÄrztInnen, und anderen Einrichtungen zusammen. Langfristig wollen wir so nicht nur krankheitsspezifische Faktoren verstehen, sondern übergreifende Prädiktoren für gesundes Altern aufdecken und als therapeutische Möglichkeiten direkt im klinischen Alltag erproben.
Unsere Themenschwerpunkte sind zum einen biologische Mechanismen (sog. Hallmarks of Aging), die bei altersassoziierten Erkrankungen eine Rolle spielen. Hier möchten wir verstehen, wie der Alterungsprozess des Körpers genau abläuft und moduliert werde kann, damit Erkrankungen rechtzeitig erkannt und adressiert werden können. Daher untersuchen wir Biomarker wie beispielsweise Seneszenz-Marker im Blut, um Vulnerabilitäten bezüglich Erkrankungen zu erkennen und zu mindern.
Zum Anderen beschäftigen wir auch intensiv mit den psychosozialen Aspekten des Älterwerdens (Social Hallmarks of Aging). Diese umfassen neben sozio-ökonomischen Status und Bildung auch widrige Umstände in den Lebensphasen oder ungünstiges Gesundheitsverhalten. Soziale Faktoren stehen neben biologischen Faktoren in engem Zusammenhang mit der körperlichen und kognitiven Funktionsfähigkeit. Unsere Forschung stellt daher die Assoziation zwischen der biologischen und sozialen Dimension im Hinblick auf gesundes Altern in den Mittelpunkt.
