NeuroSOS-NERVE
Senior Research Group NeuroSOS-NERVE und NeuroSOS-CIP

Projektleiter: Prof. Dr. med. Hubertus Axer
Team: Dr. Alexander Grimm
Jan Zinke
Madlen Günther
Sindy Beck
Aktuelle Projekte
Untersuchung zur Beteiligung kleiner somatischer und autonomer Nerven bei Patienten mit Sepsis
Akronym: NeuroSOS-NERVE
Forschungsfeld: E Langzeitfolgen
Projektnummer: E2.1
Projektlaufzeit: 01.08.2010 bis 31.07.2015
Projektbeschreibung
Die Studie untersucht die Beteiligung der kleinen somatischen C-Fasern und autonomen Nervenfasern im Verlauf der Sepsis. Es ist gut bekannt, dass im Rahmen der Sepsis ein axonaler Nervenschaden der großen myelinisierten Nervenfasern in bis zu 70% der Sepsispatienten auftritt, die Critical Illness Polyneuropathie (CIP). Darüber hinaus spielt eine schwere autonome Dysregulation bei der Sepsis eine signifikante Rolle. Es kann also angenommen werden, dass eine Schädigung der kleinen autonomen Nervenfasern eine mögliche Ursache für das autonome Versagen im Verlauf der Sepsis ist. Die Hautbiopsie ist die zur Zeit einzige reliable Möglichkeit, eine Erkrankung der kleinen, wenig myelinisierten Nervenfasern nachzuweisen, was durch klassische elektrophysiologische Messungen nicht möglich ist. Es sollen deshalb Hautbiopsien in der akuten Phase der Sepsis, 2 Wochen und 4 Monate später genommen werden. In die Studie wird zusätzlich eine gesunde Kontrollgruppe eingeschlossen, bei der einmalig eine Hautbiopsie und eine Elektroneurografie durchgeführt wird. Quantitative Dichtemessungen der kleinen Nervenfaser können mit hoher Genauigkeit ermittelt werden, nachdem die kleinen Nervenfasern spezifisch histologisch angefärbt werden. Normalwerte für verschiedene Körperregionen liegen in der Literatur bereits vor. Die Studie wird ermöglichen, das Auftreten und den zeitlichen Verlauf einer Schädigung der kleinen Nervenfasern (small fibre neuropathy) zu erkennen und deren Verlauf zu beschreiben. Der Zusammenhang mit einer Schädigung der großen Nervenfasern (Critical Illness Polyneuropathie) wird durch die gleichzeitige neurografische Messung der peripheren Nerven ermittelt (Elektroneurografie, ENG). Eine funktionelle Messung vegetativer Nervenschädigung stellt die Sympathische Hautreaktion dar, die ebenfalls ermittelt wird.
Untersuchung von Nerven und Muskeln bei Patienten mit Critical Illness Polyneuropathie (CIP) mit MRT
Akronym: NeuroSOS-CIP
Forschungsfeld: E Langzeitfolgen
Projektnummer: E3.1
Projektlaufzeit: 01.08.2010 bis 31.07.2015
Projektbeschreibung
Die Studie untersucht Patienten mit Critical Illness Polyneuropathie (CIP) und Myopathie (CIM) mittels Kernspintomografie (MRT). Etwa 70% der Patienten, die eine Sepsis durchmachen, erleiden einen Schaden der peripheren Nerven und der Muskulatur. Critical Illness Polyneuropathie und Myopathie sind die wichtigsten Ursachen für Muskelschwäche, verlängerte Zeiten zur Entwöhnung von der künstlichen Beatmung und verzögerte Rehabilitation. Axonaler Nervenschaden führt zu einer Wallerschen Degeneration. Das bedeutet, die Nervenfasern degenerieren distal der Läsion, haben aber das Potenzial zu einer langsamen Regeneration. Die MRT kann solche Prozesse in großer anatomischer Genauigkeit darstellen. Wallersche Degeneration führt zu einer Änderung der Kontrastmittelaufnahme, Änderungen im T2w Signalverhalten und in der Diffusionsbildgebung in Nerv und Muskel. Eine MRT des Beckens und der Oberschenkel soll bei Patienten mit den elektrophysiologischen Zeichen einer CIP innerhalb der ersten Woche der Sepsis durchgeführt werden. Zusätzlich soll zur Abklärung eines Muskelschadens (CIM) eine Muskelbiopsie erfolgen, die optional angeboten werden soll. Eine zweite MRT-Untersuchung soll dann in der Zeit nach Erholung von der Sepsis durchgeführt werden (vor der Entlassung aus dem Krankenhaus). Die Studie wird erstmals Daten bringen zur anatomischen Lokalisation des Nerven- und Muskelschadens bei CIP und CIM. Darüber hinaus erlaubt die MRT-Untersuchung zu zwei Zeitpunkten eine Einschätzung des klinischen Verlaufs.
Publikationen
Journalpublikationen (peer reviewed)
Ringer, T.M., Axer, H., Romeike, B.F.M., Zinke, J., Brunkhorst, F., Witte, O.W., Günther, A., 2011. Neurological sequelae of sepsis: I) Septic encephalopathy. The Open Critical Care Medicine Journal 4:2-7. Open Access
Axer, H., Romeike, B.F.M., Brunkhorst, F., Zinke, J., Ringer, T.M., Günther, A., 2011. Neurological sequelae of sepsis: II) Neuromuscular weakness. The Open Critical Care Medicine Journal 4:8-14. Open Access
Buchbeiträge
Axer, H., Rosengarten, B. (im Druck) CIP, CIM, septische Enzephalopathie. In: Sepsis und MODS. 5. Auflage. Springer-Verlag.
sonstige Publikationen
Axer, H., 2011. Critical Illness Polyneuropathy. Intensive-News 1:23-26. ansehen
Vorträge/Poster
Axer, H., 2011. Biomarker zur neurologischen Prognoseabschätzung. MedReport 14: 3.(Vortrag, 43. Gemeinsame Jahrestagung der DGIIN und ÖGIAIM, 15.-18.6.2011 in Wien)
Grimm, A., Zinke, J., Axer, H., 2012. Detection of critical illness polyneuropathy (CIP) in patients with severe sepsis using ultrasound of the muscle. (Vortrag, 56. Jahrestagung der DGKN, 15.-17.3.2012 in Köln)
Zinke, J., Grimm, A., Axer, H., 2012. NeuroSOS-Nerve - Untersuchung der Beteiligung kleiner somatischer und autonomer Nerven bei Patienten mit Sepsis. (Poster, 56. Jahrestagung der DGKN, 15.-17.3.2012 in Köln)
Aktivitäten
Symposium auf dem 85. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) in Hamburg, 26. bis 29.9.2011, Neurologische Aspekte der Sepsis - Joint Meeting der Deutschen Sepsis Gesellschaft und der DGN
Kontakt
Tel. +49 (0)3641 - 9 32 34 54
Universitätsklinikum Jena
Hans Berger Klinik für Neurologie
Erlanger Allee 101
07747 Jena