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Klinik für Geburtsmedizin / Über uns / Aktuelles / Pressemitteilungen / Eine Geduldsprobe bis zur Geburt

15.07.2026

Eine Geduldsprobe bis zur Geburt

Eva wird nach frühem vorzeitigen Blasensprung 15 Wochen später geboren / Uniklinik Jena vereint erfolgreich Kompetenzen von Geburtsmedizin und Neonatologie

Eva konnte trotz eines frühen vorzeitigen Blasensprungs 15 Wochen später geboren werden.

Jena (UKJ/me). Als Geduldsprobe beschreibt das Team der Klinik für Geburtsmedizin am Universitätsklinikum Jena (UKJ) den Weg der Schwangerschaft bis zur Geburt der kleinen Eva, die am 15. Juni 2026 gesund und spontan mit 2540 Gramm und 48 Zentimetern zur Welt kam und glücklicherweise als spätes Frühgeborenes. Denn in der 20. Schwangerschaftswoche erlitt Mama Israa einen frühen vorzeitigen Blasensprung, das heißt die Fruchtblase platzte vor der 37. Schwangerschaftswoche und vor Wehenbeginn. Doch dem interdisziplinären Team der Klinik für Geburtsmedizin und dem Team der Sektion Neonatologie der Jenaer Kinderklinik gelang es, die Schwangerschaft 15 Wochen lang aufrechtzuerhalten –  ein Drahtseilakt. „In der 20. Woche wäre das Baby nicht lebensfähig gewesen. Die Zeit war besonders herausfordernd, da wir nach gesprungener Fruchtblase täglich abwägen mussten, ob die Schwangerschaft fortgesetzt wird, damit das Kind im Mutterleib eine Chance auf Wachstum und Reife hat, gegenüber der stets steigenden und wiederholten Infektionsgefahr des Kindes. Dass alles so gut verlaufen ist, bewegt auch uns“, berichtet Dr. Janine Zöllkau, Oberärztin der Klinik für Geburtsmedizin.

15 Schwangerschaftswochen gewonnen

Die Mehrheit solcher Schwangerschaften endet im statistischen Mittel zwischen sieben und neun Tagen und für die Kinder besteht ein Risiko neben der Frühgeburtlichkeit von einer schweren Infektion bis hin zur Sepsis betroffen zu sein. Ein solcher Fall ist für das UKJ besonders. „In der Regel können wir durch unsere Maßnahmen einige Tage bis Wochen an Zeit gewinnen. Dass wir um 15 Wochen verlängern konnten, ist eine Seltenheit. Nur durch aufmerksame Überwachung, antibiotischen Therapien nach Bedarf und natürlich durch die überragende Geduld der werdenden Mutter – aber auch durch die Nervenstärke des medizinischen Teams konnten wir diese vielen Wochen schaffen. Es ist trotzdem ein absoluter Glücksfall“, so die Geburtsmedizinerin.

Mama Israa hält Tochter Eva behutsam in den Armen. Dr. Stella Jähkel, Fachärztin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Prof. Dr. Ekkehard Schleußner, Direktor der Klinik für Geburtsmedizin und Sara Oweis, Ärztin in Weiterbildung der Klinik für Geburtsmedizin. (v.l.) Fotos: Szabó/UKJ

Gemeinsam im Perinatalzentrum Level I

Ein weiterer Faktor, der zum guten Verlauf beigetragen hat, ist die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit der Kinderklinik im Perinatalzentrum Level I. Wöchentlich stimmte sich das Team der Geburtsmedizin mit den Kolleginnen und Kollegen der Sektion Neonatologie ab. Janine Zöllkau: „Wir hatten neben dem Timing ein sehr gutes und vertrauensvolles Teamwork auf unserer Seite. Unser Ziel hatten wir immer vor Augen: eine gesunde Mutter und ein gesundes Kind. Genau für solche Fälle sind wir im Perinatalzentrum Level I vorbereitet“.

Eine weitere Besonderheit: Nach dem frühen vorzeitigen Blasensprung ging zwar immer wieder Fruchtwasser ab, aber das Baby lag im Mutterleib nie trocken. Die Wehen setzten schließlich von alleine ein. „Das Mädchen kam gesund zur Welt und entsprach einem späten Frühgeborenen. In den ersten Lebenstagen brauchte sie wie auch andere Frühgeborene dieser Schwangerschaftswoche ein wenig Atemunterstützung. Zudem haben wir uns aufgrund der Vorgeschichte mit dem langen Blasensprung für eine Antibiotika-Therapie über die ersten Lebenstage entschieden, um kein Risiko einer Infektion einzugehen“, sagt Dr. Stella Jähkel, Fachärztin der Sektion Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin.

„Dankes-Küsschen“ für die UKJ-Teams

Für die frischgebackene Mama Israa war die lange Zeit im Krankenhaus ein Kraftakt. 15 Wochen lang wurde sie am UKJ engmaschig begleitet. Weil sie getrennt von ihrer Familie in Crimmitschau war, wurde das Team für sie zu einem wichtigen Anker. „Ich bin einfach allen dankbar und sehr glücklich, dass es meiner Tochter so gut geht. Ich wollte, dass alles für mein Baby getan wird und das haben sie. Ich habe Küsschen während der Geburt verteilt und mich immer in guten Händen gefühlt“, erzählt sie.

Und was vielleicht anfangs unvorstellbar war, die kleine Eva durfte bereits elf Tage nach der Geburt mit ihren Eltern nach Hause, um dort ihre drei älteren Geschwister im Alter von 10 bis 16 Jahren kennenzulernen und ist heute bereits einen Monat alt. Nachdem die Zeit zwischen Hoffen und Bangen gemeistert ist, wünschen sich nun alle, dass es weiterhin so ruhig verläuft.

Kontakt:

Dr. Janine Zöllkau

Klinik für Geburtsmedizin

Am Klinikum 1

07747 Jena

E-Mail:

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