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Herzchirurgie und Thoraxchirurgie / Klinik / Nachrichten / Deutscher Herzbericht 2026: Wenn das Herz aus dem Takt gerät – Moderne chirurgische Wege bei Vorhofflimmern
Deutscher Herzbericht 2026: Wenn das Herz aus dem Takt gerät – Moderne chirurgische Wege bei Vorhofflimmern

17.09.2026

Herzrhythmusstörungen zählen zu den häufigsten Gründen für einen Krankenhausaufenthalt in Deutschland. Der Deutsche Herzbericht 2026 zeigt auf, wie wichtig die richtige Behandlung ist – und welche langfristigen Perspektiven die Herzchirurgie dabei bietet.

Am 16. September 2026 wurde der „Deutscher Herzbericht – Update 2026“ veröffentlicht. Der Bericht, ein Gemeinschaftsprojekt der Deutschen Herzstiftung und verschiedener medizinischer Fachgesellschaften, analysiert die regionale und nationale Versorgung von Herzpatienten in Deutschland. In diesem Jahr steht die Volkskrankheit Vorhofflimmern im Mittelpunkt, eine der häufigsten Herzrhythmusstörungen. Über 1,6 Millionen Menschen in Deutschland sind davon betroffen. Allein im Jahr 2024 mussten rund 360.800 Patienten wegen Vorhofflimmerns stationär im Krankenhaus behandelt werden. Die umfassenden Daten des Berichts, an deren Auswertung auch die herzmedizinische Expertise aus Thüringen maßgeblich beteiligt ist, zeigen wichtige Entwicklungen in der Behandlung auf.

Vorhofflimmern entsteht, wenn die elektrischen Signale in den Herzvorhöfen unkoordiniert verlaufen, was zu einem unregelmäßigen und oft zu schnellen Herzschlag führt. Neben spürbaren Beschwerden wie Herzrasen, Schwindel oder Luftnot birgt die Erkrankung ernsthafte unsichtbare Risiken: Wenn Vorhofflimmern unbehandelt bleibt, kann es Schlaganfälle oder eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) verursachen. Die Rhythmusstörung geht zudem oft mit weiteren Erkrankungen wie Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen oder einer Koronaren Herzkrankheit einher, weshalb eine ganzheitliche und sektorenübergreifende Versorgung des Patienten essenziell ist.

Bei der Therapie arbeiten Kardiologie und Herzchirurgie eng zusammen, um für jeden Patienten den besten Weg zu finden. Während die Kardiologie häufig auf Medikamente oder eine Katheterablation (Verödung) setzt, bietet die Herzchirurgie besonders dann langfristige Vorteile, wenn ohnehin ein operativer Eingriff am Herzen notwendig ist.

Univ.-Prof. Dr. med. Torsten Doenst, Direktor der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie am Universitätsklinikum Jena und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG), erläutert die chirurgische Perspektive: „Die Operation ist immer dann sinnvoll, wenn bei dem Vorhofflimmerpatienten ohnehin ein herzchirurgischer Eingriff ansteht, etwa eine Bypass- oder Herzklappenoperation an der Aorten- oder Mitralklappe. Dann wird das Vorhofflimmern gleich mitbehandelt – das zusätzliche Risiko ist sehr niedrig“.

Zudem wird bei diesen Operationen der langfristige Schutz vor Schlaganfällen berücksichtigt. „Auch das linke Vorhofohr, eine Ausbuchtung des Herzvorhofs und Hauptquelle für Gerinnselbildung, die zum Schlaganfall oder einer Embolie führen kann, wird in der Regel im selben Eingriff mit verschlossen“, so Prof. Doenst weiter. Auch sogenannte Hybrid-Verfahren, eine Kombination aus Kathetertechnik und Operation, können bei einem hohen Leidensdruck der Patienten eine sinnvolle Option sein.

Die Auswertungen des Herzberichts verdeutlichen zudem, dass moderne Operationsverfahren zunehmend schonender werden. Dies ist angesichts einer alternden Gesellschaft von großer Bedeutung. „Risikoärmere Operationsverfahren ermöglichen es, auch ältere Patienten sicher mit guten Langzeitergebnissen zu operieren“, betont der Klinikdirektor.

Die Behandlung von Herzerkrankungen erfordert viel Erfahrung und eine gemeinsame Entscheidungsfindung, um für jeden Patienten das Verfahren mit dem größten langfristigen Nutzen zu wählen. Der neue Herzbericht belegt, wie wichtig spezialisierte Zentren für die sichere Versorgung der Patienten und die kontinuierliche Weiterentwicklung der Herzmedizin auf nationaler Ebene sind.

Wer tiefer in die aktuellen Erkenntnisse der Herzmedizin eintauchen möchte, findet weitere fundierte Informationen im begleitenden Podcast der Deutschen Herzstiftung. Unter dem Titel "Im Puls" diskutieren Experten die wichtigsten Themen des Berichts. Was der Herzbericht über Vorhofflimmern verrät | Herzstiftung

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