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Homepage / Stipendiatinnen & Stipendiaten / Lorenz Grischek

Lorenz Grischek
Klinik für Neurologie,
Stipendiat
Am Klinikum 1
07747 Jena

Projekt: Altersabhängige Mechanismen von Lernen, Entlernen und Wiedererlernen

Ein wesentliches Problem beim Erlernen neuer Fähigkeiten ist, dass diese mit bereits gelernten Fähigkeiten interagieren. So fällt es z.B. sehr viel schwerer sich an die invertierte Steuerung eines Computerspiels anzupassen, wenn man es zuvor über viele Stunden mit der alternativen Steuerung trainiert hat. Die motorischen Aufgaben interagieren hier miteinander. Im Bereich medizinischer Rehabilitation ist dieses Phänomen noch bedeutsamer, da die Schwierigkeit etwas zu „verlernen“ einer notwendigen Kapazitätsfreisetzung von Neuronenverbänden im Wege steht, welche dringend für das Erlernen einer wichtigen verloren gegangenen Fähigkeit benötigt werden.

Im vorliegenden Projekt untersuchen wir insbesondere die Altersabhängigkeit der Fähigkeit motorische Fähigkeiten zu Entlernen und untersuchen hier den Grad der Interaktion zwischen bereits Gelerntem, Entlerntem und wieder neu Erlerntem.

Das Trainingsparadigma ist das Erlernen eines 10 Finger Schreibmaschinenschreibens. Den Erfolg des Lernens testen wir mit einer einfachen Leistungsüberprüfung dieser Fähigkeit sowohl mit einer Tastaturbelegung die dem gelernten entspricht wie auch mit einer Tastaturbelegung die dieser nicht entspricht. Im zweiten Teil des Experimentes müssen die Probanden dann ein anderes alternatives Tastaturdesign im 10 Finger System trainieren. Dies setzt das Entlernen des vorhergehenden 10 Fingersystems z.T. partiell voraus. Zielparameter sind die Interaktion des bereits gelernten mit dem neuen Task. Die Altersabhängigkeit dieses Prozesses und Abhängigkeit von der grundsätzlichen Lerngeschwindigkeit.

Neben der Verhaltensebene ist der zugrunde liegende Mechanismus im Gehirn von besonderem Interesse. Die Probanden werden daher unter der motorischen Testbedingung im mehrfach im funktionellen MRT untersucht. Hierbei sind wir an der Konnektivität der Schleife von sensomotorischem Kortex, Basalganglien und Thalamus interessiert. Insbesondere die Veränderungen die sich in dieser Verarbeitungsschleife durch das Entlernen einer Aufgabe ergeben.

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