Funktionsbereich Klinische Rehaforschung
...schön, dass Sie sich für die Forschungsthemen am Institut für Physikalische und Rehabilitative Medizin interessieren. Auf den folgenden Seiten möchten wir Ihnen unsere aktuellen Beiträge gern vorstellen.
Der Funktionsbereich Klinische Rehaforschung ist Bestandteil des Instituts
für Physikalische und Rehabilitative Medizin und seit vielen Jahren vernetzt mit Forschungspartnern
aus Wissenschaft, Industrie und Fachverbänden. Das Forschungsprofil ist gekennzeichnet durch die Grundlagen- und Anwendungsforschung. Dabei ist der Ansatz innovative Lösungen und neues Wissen interdisziplinär einzubetten, zielführend. Thematische Schwerpunkte bilden hierbei methodische und systemtechnische Fragestellungen aus Rehabilitation und Prävention. Die Evaluation von Rehabilitationskonzepten ist unmittelbarer Gegenstand dessen.
Die Kernkompetenzen unseres Teams aus FachärztInnen, SportwissenschaftlerInnen und PhysiotherapeutInnen ermöglichen einen fachthematischen Austausch und eine multiprofessionelle Zusammenarbeit.
SPORN-Studie
Worum geht es in der SPORN-Studie?
Die SPORN-Studie sucht nach der optimalen Behandlungsstrategie für den schmerzhaften Fersensporn. Bei dieser gutartigen Erkrankung kommt es durch eine längere Fehlbelastung des Fußes zu einer Sehnenentzündung (medizinisch: Plantarfasziitis), welche oft durch eine im Röntgenbild mehr oder weniger gut sichtbare, reaktive Verknöcherung der Sehnenansatzstelle am Fersenbein („Fersensporn“) begleitet wird. Die Entzündung (nicht der Sporn) verursacht oft starke, anhaltende Schmerzen an der Fußsohle oder Ferse – besonders beim Auftreten nach Ruhephasen. Wenn Einlagen, Schmerzmittel oder Physiotherapie nicht ausreichend helfen, gibt es weitere Behandlungsoptionen. Bisher ist aber unklar, welche dieser Behandlungsoptionen die beste ist.
Die SPORN-Studie vergleicht daher nun zwei bewährte Verfahren zur Schmerzlinderung:
- Radiotherapie (RT) – eine niedrig dosierte Röntgenbestrahlung
- Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) – Behandlung mit mechanischen Druckwellen
Ziel der Studie ist es herauszufinden, welche Methode Schmerzen besser lindert und die Lebensqualität stärker verbessert.
Was bedeutet „randomisiert“?
„Randomisiert“ heißt, dass die Teilnehmenden per Zufallsprinzip einer der beiden Behandlungen zugeteilt werden:
- Gruppe A: Radiotherapie
- Gruppe B: Stoßwellentherapie
So wird sichergestellt, dass die Ergebnisse fair, objektiv und wissenschaftlich aussagekräftig sind. Weder Patient noch behandelndes Team entscheiden über die Zuordnung.
Die beiden Behandlungsformen im Überblick
Radiotherapie (RT)
- Sehr niedrig dosierte Bestrahlung der schmerzhaften Fersenregion
- Wirkt entzündungshemmend und schmerzlindernd
- Behandlung erfolgt ambulant, schmerzfrei und in mehreren kurzen Sitzungen
- Die eingesetzte Strahlendosis ist gering und deutlich niedriger als bei einer Krebstherapie
Stoßwellentherapie (ESWT)
- Anwendung von energiereichen Schallwellen von außen auf die schmerzhafte Stelle
- Soll die Durchblutung fördern und Heilungsprozesse anregen
- Ebenfalls ambulant, meist mehrere Sitzungen
- Während der Behandlung können kurzzeitig Schmerzen auftreten
Welche Vorteile habe ich durch die Studienteilnahme?
- Sie erhalten eine anerkannte, etablierte Therapie
- Engmaschige medizinische Betreuung und Verlaufskontrollen
- Ihr Beitrag hilft, die Behandlung des Fersensporns künftig weiter zu verbessern
- Die Teilnahme ist freiwillig und kann jederzeit ohne Nachteile beendet werden
Gibt es Risiken?
Beide Verfahren werden seit vielen Jahren eingesetzt und gelten als sicher. Wie bei jeder medizinischen Behandlung können Nebenwirkungen auftreten, diese sind jedoch meist mild und vorübergehend. Vor Studieneinschluss werden Sie ausführlich aufgeklärt.
Zusammengefasst
Die SPORN-Studie vergleicht zwei wirksame Behandlungsoptionen bei Fersensporn, um herauszufinden, welche langfristig besser hilft. Durch die zufällige Zuteilung und sorgfältige Nachbeobachtung trägt die Studie zu einer besseren Versorgung zukünftiger Patientinnen und Patienten bei.
Als interdisziplinäres Forschungsprojekt wird die Studie in enger Zusammenarbeit zwischen der Klinik für Strahlentherapie und dem Institut für Physikalische und Rehabilitative Medizin durchgeführt.
Kontakt Studienkoordinatoren
Strahlentherapie: Dr. Maximilian Römer
Physikalische und Rehabilitative Medizin: PD Dr. med. Christina Lemhöfer