Ansprechpartnerin: Dr. rer. nat. Senta Niederegger
Die forensische Entomologie stellt derzeit die einzige zuverlässige Methode der langfristigen Leichenliegezeitbestimmung dar, indem - basierend auf der Intensität der Besiedlung durch Insekten und dem Fortschritt der Insektensukzession - anhand der Entwicklungsstadien auf den Besiedlungsanfangspunkt zurückgerechnet wird. Somit kann auf den Zeitraum geschlossen werden, über den die Leiche für Insekten zugänglich war und damit auf das postmortale Mindestintervall (PMMI).
Weiterhin können Verlagerungen ermittelt werden, wenn ortsfremde Insekten auf der Leiche gefunden werden.
Auch toxikologische Befunde können mit Hilfe der besiedelnden Insekten verifiziert oder ergänzt werden.
Hauptsächlich erfolgt die Gutachtenerstellung auf der Grundlage der im Institut durchgeführten Entwicklungsforschung mit den institutseigenen Zuchten forensisch relevanter Fliegenarten.