Ansprechpartner: Dr. med. Thomas Hunold
Der Arbeitsbereich Forensische Osteologie umfasst die fachkundige Beurteilung teil- oder vollständig skelettierter Knochen, welche bspw. im Rahmen polizeilicher Maßnahmen gesichert, oder bei Bautätigkeiten, der Land- und Forstarbeit aufgefunden werden.
Es erfolgt der sichere Nachweis der (nicht-)humanen Abstammung des Fundmaterials und die Zuordnung der sterblichen Überreste zu einer/m oder ggf. mehreren Verstorbenen. Unter Einbeziehung der morphologischen sowie osteometrischen Merkmale können Rückschlüsse auf das Sterbealter, Geschlecht sowie auf die ursprüngliche Körpergröße einer verstorbenen Person gezogen werden. Traumatische oder pathologische Befunde können Hinweise auf die Todesursache geben. Über den Erhaltungszustand des Fundmaterials kann eine Einschätzung darüber getroffen werden, ob es sich um rezentes, forensisch relevantes oder gegebenenfalls um historisches Fundmaterial handelt.
Die Identitätsfeststellung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Forensische Molekulargenetik und unter Nutzung der Datenbank zu Vermisstenfällen des Bundeskriminalamtes. Der Arbeitsbereich ist interdisziplinär eingebunden und profitiert u.a. von der Expertise der hausinternen Fachbereiche Anthropologie, Entomologie und Biomechanik sowie von Zahnmedizinern. Bei historischen Fundstücken besteht zudem Kontakt mit den unteren Denkmalschutzbehörden sowie dem Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie in Weimar.