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Faktenquiz zu DDR-Unrecht

Hier können Sie Ihr Wissen zu DDR-Unrecht testen und erfahren mitunter neue, interessante Fakten.

Wie hoch ist die Anzahl der Kaderathleten und Kaderathletinnen, die ab 1974 flächendeckend Zwangsdoping ausgesetzt waren?

Antwort: etwa 15.000

Siehe auch:

Die Landesbeauftragte für Mecklenburg-Vorpommern für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (2017). Staatsdoping in der DDR - Eine Einführung. 

Wie hieß das berüchtigte Anabolika, welches in den 1960er Jahren vom VEB Jenapharm entwickelt und zum Doping eingesetzt wurde?

Antwort: Dehydrochlormethyltestosteron, Handelsname Oral-Turinabol
 
Siehe auch:
https://de.wikipedia.org/wiki/Dehydrochlormethyltestosteron

Wie viele Betroffene von Hepatitis-C-kontaminierter Anti-D-Prophylaxe der Jahre 1978/1979 gibt es?

Antwort: 6730 Ampullen Prophylaxe waren damals kontaminiert, die Zahl aller Betroffener kann nur geschätzt werden (etwa 6800 Frauen durch die Durchführung und eine unbekannte Zahl an Kindern, Ehe- oder Lebenspartnern und anderen Kontaktpersonen, denen durch die Frauen unwissentlich Hepatitis-C übertragen wurde)

Siehe auch:

Steger, F., Wiethoff, C., & Schochow, M. (2017). Vertuschter Skandal—Die kontaminierte Anti-D-Prophylaxe in der DDR 1978/1979 und ihre Folgen. Mitteldeutscher Verlag.

Günther, S. (2000). Hepatitis-C-Impfschadensfall—Längst überfällige Entschädigung für die Opfer. Deutsches Ärzteblatt, 97(39), A2517–A2518.

Wie viele SED-Unrechtsbereinigungsgesetze wurden bisher erlassen?

Antwort: 2

      • 1992 wurde das 1. Unrechtsbereinigungsgesetz erlassen, welches aus dem Strafrechtlichen Rehabilitierungsgesetz (StrRehaG) besteht. Es regelt die strafrechtliche Rehabilitierung sowie die Entschädigung von Opfern rechtsstaatswidriger Strafverfolgungsmaßnahmen. Haftopfer haben nach einer strafrechtlichen Rehabilitierung die Möglichkeit, eine einmalige Entschädigung sowie eine monatliche Zuwendung (Opferpension) zu beantragen.
      • 1994 wurde das 2. Unrechtsbereinigungsgesetz erlassen, welches aus dem Berufliche Rehabilitierungsgesetz (BerRehaG, ermöglicht Rehabilitierung und gegebenenfalls Ausgleichsleistungen für Menschen, die politisch verfolgt wurden, indem in ihr Berufsleben oder ihre berufsbezogene Ausbildung eingegriffen wurde) und dem Verwaltungsrechtliche Rehabilitierungsgesetz (VwRehaG, Opfer von Verwaltungswillkür und -unrecht in der ehemaligen DDR erhalten die Möglichkeit, sich vom Makel persönlicher Diskriminierung zu befreien und soziale Ausgleichsleistungen in Anspruch zu nehmen) besteht.
      • Beide wurden 2019 novelliert und entfristet.

Siehe auch:

https://www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/de/erinnern/opfer-und-betroffene/juristische-aufarbeitung 

Nach welcher Richtlinie wurden operative Maßnahmen zur "Zersetzung" in der DDR angewendet?

Antwort: Richtlinie 1/76 des Ministeriums für Staatssicherheit

"Maßnahmen der Zersetzung sind auf das Hervorrufen sowie die Ausnutzung und Verstärkung solcher Widersprüche bzw. Differenzen zwischen feindlich-negativen Kräften zu richten, durch die sie zersplittert, gelähmt, desorganisiert und isoliert und ihre feindlich-negativen Handlungen einschließlich deren Auswirkungen vorbeugend verhindert, wesentlich eingeschänkt oder gänzlich unterbunden werden." (Kapitel 2.6.1)

Siehe auch im Glossar.

Siehe auch:

https://www.stasi-mediathek.de/medien/richtlinie-176-zur-bearbeitung-operativer-vorgaenge 

Wie hoch ist die Leistung nach anerkannter "Zersetzung" in Geldwert?

Antwort: Ist die Rechtsstaatswidrigkeit wegen einer Maßnahme, die mit dem Ziel der Zersetzung erfolgte, festgestellt worden, erhält der Betroffene auf Antrag eine einmalige Leistung in Höhe von 1 500 Euro. Der Anspruch auf die Leistung nach Satz 1 ist unpfändbar, nicht übertragbar und nicht vererbbar. Die Leistung nach Satz 1 bleibt bei Sozialleistungen, deren Zahlung von anderen Einkommen abhängig ist, als Einkommen unberücksichtigt.

Siehe auch:

Gesetz über die Aufhebung rechtsstaatswidriger Verwaltungsentscheidungen im Beitrittsgebiet und die daran anknüpfenden Folgeansprüche (Verwaltungsrechtliches Rehabilitierungsgesetz - VwRehaG §1a Abs 2)

Auf etwa wie hoch wird die Anzahl an politischen Häftlingen in 40 Jahren DDR geschätzt?

Antwort: Schätzungen gehen von etwa 180.000 Personen aus, die in politischer Haft saßen. Die Zahl ist deswegen schwer zu schätzen, weil es den Haftgrund "politische Haft" gar nicht gab, sondern die Personen wegen anderer (vermeindlicher) Vergehen inhaftiert waren.

Siehe auch: Gäbler et al. (2010). https://aufarbeitung.sachsen-anhalt.de/fileadmin/bliothek/Politik_und_Verwaltung/Stasi-Unterlagen/LStU_PDF/Langzeitfolgen_Broschuere_Druckversion.pdf

Wie viele Personen wurden von 1952 bis 1961 aus dem Grenzgebiet zwangsausgesiedelt?

Antwort: Es sind mehr als 11.000 Personen. Die Aktionen liefen unter der Bezeichnung „Ungeziefer“ (1952) und „Festigung“ (1961).

Siehe auch: Potratz, R. (2007). Die Zwangsaussiedlungen aus dem Grenzgebiet der DDR an der innerdeutschen Grenze 1952 und 1961 in den Erinnerungen der Opfer. ZPPM Zeitschrift für Psychotraumatologie Psychotherapiewissenschaft Psychologische Medizin 5(1): 25-38. Link

Schätzen Sie die Zahl an Menschen, die die DDR verließen und die Zahl derer, die dabei starben.

Antwort: von 1949 bis 1990 verließen etwa 3,8 Mio. Bürger und Bürgerinnen die DDR. Seit dem Mauerbau am 13.08.1961 bis 1988 waren es 219.698. Die Zahl der "Mauertoten" ist umstritten und davon abhängig, welche Kategorisierung und Statistik angewendet werden. Eine Studie des Forschungsverbundes SED-Staat gibt 327 an. Die Bundesregierung gab mindestens 140 Tote an der Berliner Mauer und mindestens 260 Tote an der innerdeutschen Grenze an.

Siehe auch:

https://www.bpb.de/themen/deutschlandarchiv/295078/wer-war-opfer-des-ddr-grenzregimes/

https://www.bundesregierung.de/breg-de/service/archiv/alt-inhalte/innerdeutsche-grenze-393916

https://www.berlin.de/mauer/geschichte/mauertote/

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