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Zentrum Versorgungsforschung / Veranstaltungen / Autumn School Versorgungsforschung

Universitätsklinikum Jena, Bachstraße 18, Haus 1, Seminarräume 1, 2 & 117
05.10.2026 - 06.10.2026

Autumn School Versorgungsforschung

Die Autumn School Versorgungsforschung 2026 bietet Nachwuchswissenschaftler:innen die Möglichkeit, in Workshops Einblicke in aktuelle Methoden und Fragestellungen der Versorgungsforschung zu erhalten.

Es werden sowohl grundlegende als auch vertiefende Kenntnisse zu qualitativen und quantitativen Methoden, systematischen Reviews, Routinedatenanalysen sowie komplexen Interventionen vermittelt. Neben einem fachlichem Input bietet die Autumn School auch Raum für Austausch, Vernetzung und neue Impulse für eigene wissenschaftliche Arbeiten.

Wann?   05. & 06. Oktober 2026

Wo?       Bachstraße 18 “Alte Chirurgie” (Haus 1), Jena (Präsenzveranstaltung)

Für?       Nachwuchswissenschaftler:innen (Doktorand:innen, wissenschaftliche Mitarbeitende, Ärzt:innen in Weiterbildung)

Kontakt:   

Die Anmeldefrist ist der 28.09.2026. Interessierte können sich für einzelne Module anmelden. Nutzen Sie dafür bitte den Link zum Anmeldeformular (blauer Button). 

Die Plätze sind auf 20 Kursteilnehmende pro Modul begrenzt.

Teilnahmegebühren

  • Kostenfrei für Studierende und Mitarbeitende des Universitätsklinikums Jena und der Friedrich-Schiller-Universität sowie für Studierende anderer Institutionen (z.B. der EAH)
  • Externen Teilnehmende: 50,00€ pro Modul  

Programmübersicht

Montag, 05. Oktober

Uhrzeit

Thema

09:30 - 10:00

Start für alle: Begrüßung und gemeinsame Vorstellungsrunde

10:00 - 13:00

Modul 1: Einführung in die Versorgungsforschung - Prof. Dr. Verena Vogt               

13:00 – 14:00

Mittagspause

14:00 - 17:00

Modul 2: Quantitative Methoden in der Versorgungsforschung (basic): Von der Deskription bis zur Prädiktion - Prof. Dr. André Scherag & Prof. Dr. Verena Vogt

14:00 - 17:00

Modul 3: Qualitative Methoden in der Versorgungsforschung - Dr. Hariet Kirschner & M.Sc. Juliane Poeck

Dienstag, 06. Oktober

Uhrzeit

Thema

09:00 - 12:30

Modul 4: Arbeiten mit Routinedaten - PD Dr. Antje Freytag & PD. Dr. Carolin Fleischmann-Struzek

09:00 - 12:30

Modul 5: Systematische Reviews: Methodische Grundlagen und praktische Umsetzung - Dr. Robby Markwart

12:30 – 13:30

Mittagspause

13:30 - 17:00

Modul 6: Quantitative Methoden in der Versorgungsforschung (advanced): Kausale Inferenz - Prof. Dr. André Scherag & Prof. Dr. Verena Vogt

13:30 - 17:00

Modul 7: Komplexe Interventionen - PD Dr. Daniel Schwarzkopf

Beschreibung der Modulinhalte

Modul 1: Einführung in die Versorgungsforschung

Referentin: Prof. Dr. Verena Vogt

Was ist und macht eigentlich Versorgungsforschung und was macht sie besonders? Welche Theorien und Konzepte liegen versorgungswissenschaftlichen Fragestellungen zugrunde? Und warum ist Versorgungsforschung wichtig für die Gesundheitsversorgung und das Gesundheitssystem? Diesen Fragen werden wir tiefer auf den Grund gehen und interaktiv zusammen Antworten erarbeiten, um eine gute Grundlage für die folgenden Module zu legen.

Modul 2: Quantitative Methoden in der Versorgungsforschung (basic)

Referent:innen: Prof. Dr. André Scherag & Prof. Dr. Verena Vogt

Quantitative Methoden sind essentiell, um (relevante) Fragestellungen der Versorgungsforschung zu beantworten. Dabei verfolgen quantitative Methoden die drei übergeordneten Ziele: Deskription, Prädiktion und kausale Inferenz. Im ersten Teil der Einführung in quantitative Methoden besprechen wir die Abgrenzung dieser Ziele und gehen auf Kriterien für gute deskriptive und prädiktive Versorgungsforschung anhand von Beispielen ein. Dabei werden Fragen beantwortet wie:

·        Was muss ich bei der Visualisierung meiner Ergebnisse beachten?

·        Was bedeuten P-Werte und Konfidenzintervalle wirklich und wie interpretiere ich sie richtig?

·        Wofür können Prädiktionsmodelle in der Versorgungsforschung angewendet werden?

·        Welche Rolle spielt Machine Learning in der Versorgungsforschung?

Modul 3: Qualitative Methoden in der Versorgungsforschung

Referentinnen: Dr. Hareit Kirschner & MSc. Juliane Poeck

Qualitative Methoden haben zunehmend an Bedeutung in der Versorgungsforschung gewonnen. In dieser Veranstaltung geben wir eine Einführung zu qualitativen Forschungsdesigns und einen Überblick zur praktischen Umsetzung.

Inhalte zu folgenden Punkten erwarten Sie:

  • Definition und Anwendungsbereiche qualitativer Methoden
  • Planung eines qualitativen Forschungsprojekts (von der Fragestellung bis zur Durchführung)
  • Einführung in ausgewählte Auswertungsmethoden ("qualitative Inhaltsanalyse", "Grounded Theory")  
  • Gütekriterien qualitativer Methoden

Darüber hinaus gibt es Gelegenheit in kurzen Übungen erste Erfahrungen zur Planung und Auswertung zu erlangen. Bei den Anwendungsbeispielen beziehen wir uns primär auf Designs mit qualitativen Befragungen (Interviews, Fokusgruppen).

Modul 4 : Arbeiten mit Routinedaten

Referentinnen: PD. Dr. Antje Freytag & PD. Dr. Carolin Fleischmann-Struzek

Bei den gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) fließen sämtliche Abrechnungsdaten über gesundheitlich-medizinische Leistungen zusammen, die GKV-Versicherte in Anspruch nehmen.
Mit diesen Daten lassen sich viele wichtige Fragen beantworten, bspw. die folgenden, die auch Gegenstand von Forschungsprojekten und Qualifikationsarbeiten waren:
  • Wie verbreitet ist die palliativmedizinische Versorgung in Deutschland und welche regionalen Unterschiede sind zu beobachten?
  • Welche Folgeerkrankungen haben Patient:innen, die eine Sepsiserkrankung erlitten haben, innerhalb von zwei Jahren nach Entlassung aus dem Krankenhaus?
  • Welche ambulante Versorgungsleistungen nehmen Arztpatient:innen in Anspruch?

Wie man vorgehen sollte, um Fragestellungen der Versorgungsforschung anhand von GKV-Routinedaten zu beantworten – dazu erhalten Sie in diesem Seminar einen ersten Einblick.

Modul 5: Systematische Reviews: Methodische Grundlagen und praktische Umsetzung

Referent: Dr. Robby Markwart

Diese Session bietet eine kompakte Einführung in die Methodik systematischer Reviews und gibt zugleich Einblicke in die praktische Durchführung.

Inhalte (Auswahl):

  • Was sind systematische Reviews und wofür werden sie eingesetzt?
  • Formulierung einer klaren Forschungsfrage (z. B. PICO)
  • Entwicklung einer transparenten Suchstrategie
  • Literaturrecherche in wissenschaftlichen Datenbanken
  • Literaturauswahl
  • Bewertung der Studienqualität / Risk of Bias
  • Grundlagen der Datenextraktion und -synthese
  • Kurzer Überblick zu Meta-Analysen (optional/je nach Zeit)
  • Praktische Tipps, Tools und typische Fallstricke

Modul 6: Quantitative Methoden in der Versorgungsforschung (advanced): Kausale Inferenz

Referent:innen: Prof. Dr. André Scherag & Prof. Dr. Verena Vogt

In der aufbauenden Sitzung zu quantitativen Forschungsmethoden in der Versorgungsforschung widmen wir uns der kausalen Inferenz. Wir adressieren u.a. die folgenden Fragen:

  • Welche Methoden sind geeignet, um kausale Fragestellungen der Versorgungsforschung zu beantworten?
  • Welche Annahmen machen diese Methoden?
  • Welche Rolle spielen "Directed Acyclic Graphs" in der Identifikation kausaler Effekte?
  • Was sind Quasi-Experimente und für welche Fragestellungen eignet sich ihre Anwendung?

Modul 7: Komplexe Interventionen

Referent: Dr. Daniel Schwarzkopf

In der modernen Gesundheitsversorgung reichen einfache Einzelmaßnahmen oft nicht mehr aus – viele Probleme lassen sich nur durch das Zusammenspiel verschiedener Maßnahmen, Berufsgruppen, digitaler Systeme und Verhaltensänderungen im Alltag wirksam verbessern. Gesundheitsversorgung findet zudem in komplexen sozialen und technischen Kontexten statt. Deshalb werden sogenannte komplexe Interventionen immer wichtiger, und die Versorgungsforschung braucht Methoden, die nicht nur prüfen, ob etwas wirkt. Entscheidender wird warum, für wen und unter welchen Bedingungen etwas in der realen Versorgung wirkt. Die Planung und Evaluation komplexer Interventionen stellt besondere methodische Herausforderungen und integriert quantitative und qualitative Ansätze in Mixed Methods Designs.

Inhalte der Session sind:

  • Definition und Beispiele komplexer Interventionen
  • Methodische Prinzipien der Entwicklung und Evaluation komplexer Interventionen
  • Schritte der Entwicklung komplexer Interventionen
  • Spezielle Studiendesigns der Ergebnisevaluation
  • Prozessevaluation in Mixed-Methods Designs
  • Gruppenarbeit zur Konzeption einer komplexen Intervention an konkreten Beispielen
  • Präsentation und methodenkritische Reflektion der entwickelten Konzepte

Nach Rücksprache mit dem Dozenten können auch eigene Beispiele eingebracht werden.

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