
Der Versorgungs-Report ist eine jährliche Publikationsreihe des WIdO (Wissenschaftliches Institut der AOK), die erstmals im Jahr 2010 erschienen ist. Der Report versteht sich als unabhängiges Diskussionsforum, das über aktuelle Themen der Gesundheitsversorgung sowie Hintergründe und Entwicklungen informiert. Maßgeblich in empirisch-analytischer Hinsicht ist die sektorübergreifende versichertenbezogene Versorgungsperspektive.
Der Versorgungs-Report 2013/2014 widmet sich schwerpunktmäßig der Depression. Das Buch beleuchtet dieses Krankheitsbild aus unterschiedlichen Perspektiven und liefert neue Erkenntnisse zu folgenden Punkten:
- Krankheitshäufigkeit, Versorgung mit Leistungen und Krankheitskosten
- Forschungsstand zum Thema Diagnose, Therapie und möglicher Angebote im Bereich Versorgung und Prävention
- Diskussion innovativer Versorgungsansätze
- Depression in der hausärztlichen Praxis
- Arzneimitteltherapie
Ein Team aus Wissenschaftler:innen des Instituts für Allgemeinmedizin in Jena, der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II in Günzburg an der Universität Ulm sowie der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Bezirkskrankenhaus Augsburg hat dazu Routineabrechnungsdaten der AOK zur Pharmakotherapie bei Depression ausgewertet.
Insbesondere konnte gezeigt werden, dass im Jahr 2009 50% der ambulanten Patient:innen mit Depression Antidepressiva-Verordnungen ausschließlich von Hausärzt:innen (30% vom Fachärzt:innen) erhielten. Nur 16,8% der ausschließlich hausärztlich versorgten Patient:innen erhielten eine gemäß den Empfehlungen der Nationalen Versorgungsleitlinie Unipolare Depression genügend lange Erhaltungstherapie (27,5% der fachärztlich versorgten Patient:innen). Außerdem verordneten Hausärzt:innen Patient:innen deutlich häufiger Tri- und Tetrazyklische Antidepressiva (TCA) als Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), jedoch mit deutlich weniger DDD (Defined Daily Doses). Fachärzte verordneten TCA vergleichsweise höher dosiert.
Nach der Mitwirkung am Versorgungs-Report 2013/2014 zum Schwerpunktthema ‚Depression‘ haben wir im Daten-Monitoring-Teil des Versorgungs-Reports 2015/2016 die Analyse psycho- und pharmakotherapeutischer Versorgung von Patienten mit Depression übernommen.
Projektteam
Publikationen
- Freytag A, Kösters M, Schmauß M, Becker T, Gensichen J. Daten-Monitoring Depression zur psycho- und pharmakotherapeutischen Inanspruchnahme von Patienten mit Depression. In: Klauber J, Günster C, Gerste B, Robra BP, Schmacke N, editors. Versorgungs-Report 2015/2016. Stuttgart: Schattauer; 2015. p. 329-61.
- Freytag A, Kösters M, Schmauß M, Becker T, Gensichen J. Pharmakotherapie bei Depression. In: Klauber J, Günster C, Gerste B, Robra BP, Schmacke N, editors. Versorgungs-Report 2013/14. Stuttgart: Schattauer-Verlag; 2014. p. 99-123.