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Homepage / Forschungsprojekte / Abgeschlossene Projekte / HIOPP-3-iTBX

HIOPP-3-iTBX

Hausärztliche Initiative zur Optimierung der Patientensicherheit bei Polypharmazie mit Hilfe einer interprofessionellen Toolbox

 

Förderzeitraum: Mai 2017 bis April 2020

Förderung: Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA)

Förderkennzeichen: 01VSF16017

Die Studie HIOPP-3-iTBX ist eine Interventionsstudie zur Optimierung der Medikation bei HeimbewohnernInnen (HBW). Dabei kommt es entscheidend auf die Zusammenarbeit von Pflegekraft im Heim, Hausarzt und heimversorgendem Apotheker an. Die Studie wird von mehreren Allgemeinmedizinischen Instituten durchgeführt und unterstützt durch Klinische Pharmakologie (Universität Witten-Herdecke) und Landesapotherkammern.

Projektwebseite: www.hiopp3.de

 

Was passiert bei der Studie?

Im Vorfeld der Studie werden die teilnehmenden Apotheker unter Mithilfe der jeweiligen Landesapothekerkammern und Klinischer Pharmakologie speziell geschult (sog. ATHINA- sowie HIOPP-3-Schulung), damit sie noch gezielter auf die Besonderheiten der Medikation alter, multimorbider Menschen achten können.

Am Anfang gibt es in den Heimen mit der Intervention eine Auftaktveranstaltung, bei der für das Thema „Medikation bei HBW“ sensibilisiert wird und Teams (Pflegefachkräfte, Apotheker und Hausärzte) gebildet werden sollen. Diese drei Akteure erhalten eine „Toolbox“ mit Informations- und Schulungsunterlagen (z.B. AMTS-Karte zu schädlichen Medikamenten) und eine Begleitung, welche die interprofessionelle Zusammenarbeit fördern soll (sog. „Change Management“). Am Beginn der Studie werden die Medikation und der Gesundheitszustand der HBW erhoben. Dann führt der heimversorgende Apotheker einen speziellen sog. Medikationsreview (Überprüfung der Medikamente: Doppelverordnung, Wechselwirkungen?) durch und achtet dabei besonders auf HBW gefährdende Medikamente wie Neuroleptika bzw. die sog. potentiell inadäquaten Medikamente (PIM). Das Ergebnis dieses Reviews mit ggf. Änderungsvorschlägen erhält der Hausarzt, der die Änderungen dann prüfen und ggf. umsetzen wird.

Nach 6 Monaten wird die Medikation der HWB in den Kontroll- und Interventionsheimen erneut erhoben und ausgewertet. Ebenso erfolgt eine Untersuchung der Kosten (Gesundheitsökonomie), außerdem werden zur Einordnung der Ergebnisse Auswertungen von Routinedaten von Heimbewohnern vorgenommen (Aufgabe von WIdO und aQua-Institut). Ebenso wird dann ein Abschlussworkshop in den Interventionsheimen durchgeführt, bei dem anhand von Diskussionen (z.B. sog. Fokusgruppe) mit Pflegefachkräften, heimversorgenden Apothekern und Hausärzten erfragt wird, wie sie die Intervention empfunden haben (z.B. Arbeitsaufwand, Schwierigkeiten). Die Kontrollheime erhalten die übliche Regelversorgung durch Pflege, Apotheker und Hausärzte, nach Studienende sollen den Kontrollheimen neben dem Abschlussbericht auch die Toolbox und ein Handbuch zum Change Management im Heim zur Verfügung gestellt werden.

Insgesamt sollen somit durch die HIOPP-3-Studie die Arzneimitteltherapiesicherheit von Heimbewohnern verbessert werden und ausgewählte Maßnahmen aus der Studie (z.B. Toolbox, Medikationsreview) zukünftig möglichst vielen oder bestenfalls allen HBW zur Verfügung gestellt werden können.

Studienziel

Ziel ist es, durch eine interprofessionelle Intervention mit verschiedenen Ansätzen:

  1. eine verbesserte und effizientere Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) durch eine Verringerung der Heimbewohner (HBW) mit potentiell inadäquater Medikation (PIM) und/oder Neuroleptika zu erzielen, und
  2. eine nachhaltige Optimierung des Medikationsprozesses durch Sensibilisierung für das Thema Polypharmazie und verbesserte Zusammenarbeit von Pflegefachkräften, heimversorgenden Apothekern und Hausärzten zu erreichen.

Methoden

Es wird eine Cluster-randomisierte Interventionsstudie durchgeführt, d.h. es wird auf Ebene der Heime randomisiert. Die Hälfte der teilnehmenden Heime wird als Kontrollheim dienen, während in der anderen Hälfte der Heime die Intervention stattfindet (siehe schematischer Studienablauf). Teilnehmen können  Heime an den Studienstandorten (Hannover, Rostock, Düsseldorf, Tübingen), die teilnehmenden Heimbewohner müssen dabei 65 Jahre oder älter sein, in der Langzeitpflege wohnen und selber oder über einen Betreuer in die Studie einwilligen. Insgesamt sollen in 32 Heimen 760 HBW in die Studie eingeschlossen werden.

Teilprojekt des Instituts für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Jena

Unser Teilprojekt umfasst die Evaluation der gesundheitsökonomischen Outcomes der Studie, die auf den Daten zur medizinischen Inanspruchnahme der Heimbewohner (Teilnehmer und Kontrollpatienten), die Baseline und nach 6 Monaten anhand von standardisierten Fragebögen erhoben wurden.

Projektteam

  • Dr. rer. pol. Antje Freytag
  • Dr. rer. pol. Thomas Lehmann
  • Michelle Beuthling, M.Sc.
  • Laura Babin (ehemalige wissenschaftliche Hilfskraft)
  • Prof. Dr. med. Horst Christian Vollmar (ehemals Institut für Allgemeinmedizin Jena)

Kooperationspartner

Konsortialführer

  • Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Allgemeinmedizin

 

Konsortialpartner

  • Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Institut für Allgemeinmedizin
  • Universitätsmedizin Rostock, Institut für Allgemeinmedizin
  • Eberhard Karls Universität Tübingen, Institut für Allgemeinmedizin & Interprofessionelle Versorgung
  • Universität Witten/Herdecke, Lehrstuhl für Klinische Pharmakologie
  • aQua Institut Göttingen
  • WIdO Berlin

 

Kooperationspartner Landesapothekerkammern

  • Niedersachsen

  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Nordrhein
  • Baden-Württemberg

 

Kooperationspartner Change Management (Stefanie Kortekamp)

Publikationen

Artikel

  • Krause O, Wiese B, Doyle IM, Kirsch C, Thürmann P, Wilm S, Sparenberg L, Stolz R, Freytag A, Bleidorn J, Junius-Walker U, for the HIOPP-3-iTBX study group. Multidisciplinary intervention to improve medication safety in nursing home residents: protocol of a cluster randomised controlled trial (HIOPP-3-iTBX study). BMC Geriatr. 2019;19(1):24. [PDF]
Schematischer Studienablauf
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