Am Freitag, dem 6. März 2026, fand das 3. Infektiologische Symposium in Gynäkologie und Geburtsmedizin in Jena statt, das federführend von Dr. Janine Zöllkau und Jana Pastuschek aus der Geburtsmedizin am UKJ und von Prof. Alex Farr von der Medizinischen Universität Wien organisiert wurde. Mit etwa 70 Teilnehmenden aus Kliniken und niedergelassenen Arztpraxen bot das Symposium erneut eine exzellente Plattform für den fachlichen Austausch und Diskussion zu aktuellen Herausforderungen in der Diagnostik und Behandlung von Infektionskrankheiten in der Gynäkologie und Geburtshilfe.
12.03.2026
Das Infektiologische Symposium in Gynäkologie und Geburtsmedizin zum 2. Mal in Jena

Unter anderem widmete sich eine der Sessions dem Thema Sepsis sowohl bei Schwangeren und Frauen im Wochenbett als auch bei Neugeborenen. Prof. Farr stellte heraus, dass das Screening auf Gruppe B-Streptokokken (GBS) vor der Geburt eine wichtige Maßnahme ist, um Meningitis und Sepsis bei Neugeborenen zu vermeiden. Ein Point-of-Care Test ist im Kommen. In seinem Sepsis Awareness-Vortrag empfahl Prof. Ulrich Pecks aus Würzburg den qSOFA-Score (Bewusstseinsstörung, systolischer Blutdruck <90 mmHg, Atemfrequenz >22/min), um die Anzeichen einer Sepsis bei Schwangeren und Frauen im Wochenbett rasch zu erkennen und eine entsprechende Behandlung zu initiieren. PD Dr. Nora Bruns aus Essen betonte, dass bei der Neugeborenen-Sepsis ebenfalls Schnelligkeit gefragt ist und gar jede Minute zählt, aber auch die Deeskalation insbesondere bei der Antibiotika-Therapie nicht zu unterschätzen ist, da das Mikrobiom von Neugeborenen eine nachhaltige Rolle bei der Entwicklung spielt.
Im Anschluss an das Symposium fand ein Mikroskopierkurs zum gynäkologischen Nativpräparat statt, der von Prof. Mendling aus Wuppertal geleitet wurde. Die rege Teilnahme spiegelt das große Interesse an dem Kurs wider, der nunmehr bereits zum 2. Mal in Jena stattgefunden hat.
Es war uns als Geschäftsstelle eine große Freude gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft für Infektionen und Infektionsimmunologie (AGII) der Deutschen Gesellschaft für Frauenheilkunde und Geburtshilfe (DGGG) diese großartige Veranstaltung wieder zu unterstützen.
Impressionen
© Fotos: M. Szabo/UKJ