Der Somatostatin-Rezeptor 2A als eine mögliche Zielstruktur für die Therapie der Sepsis und der damit verbundenen Leberfunktionsstörung
Allgemeines
Akronym: SomatostatinR
Projektleiter: apl. Prof. Dr. med. habil. Amelie Lupp
Team: Dipl. Biol. Isabell Lenhardt
Forschungsfeld: D Sepsisbedingtes Organversagen
Projektnummer: D1.6
Projektlaufzeit: 01.03.2011 bis 28.02.2014
Projektbeschreibung
Etwa 20 bis 25% der Patienten mit Organversagen im Rahmen einer Sepsis entwickeln teilweise schon sehr früh im Krankheitsverlauf eine Leberfunktionsstörung, die in schweren Fällen bis hin zum akuten Leberversagen führen kann. Trotz intensiver Forschungsbemühungen ist es jedoch bis heute jedoch nicht gelungen, eine spezifische Therapie hierfür zu finden. Da in der Literatur beschriebene Befunde auf eine immunmodulatorische Wirkung von Somatostatin hinweisen, ist das Ziel des vorliegenden Projektes zu untersuchen, ob Somatostatin-Rezeptoren, insbesondere der Somatostatin-Rezeptor 2A (SSTR2A), eine mögliche Zielstruktur für potenzielle Therapieansätze bei der Sepsis und der damit verbundenen Leberfunktionsstörung darstellen könnten.
In ersten vorläufigen Untersuchungen, die zur Antragstellung geführt haben, konnte anhand verschiedener Leberfunktionsparameter gezeigt werden, dass SSTR2A-knockout-Mäuse empfindlicher auf eine LPS-Gabe reagieren als Wildtyp-Tiere.
Im Rahmen des beantragten Projekts sollten diese Ergebnisse zunächst auch anhand eines weiteren Sepsis-Modells, der peritonealen Kontamination und Infektion mit menschlichen Stuhlbakterien (PCI) reproduziert und neben der Leber zusätzlich andere Organsysteme in die Untersuchungen mit einbezogen werden.
Daran anschließend soll sowohl an Wildtyp- als auch an SSTR2A-knockout-Mäusen geprüft werden, ob durch eine Vorbehandlung mit den Somatostatin-Analoga Octreotid bzw. Pasireotid eine Verringerung der LPS- bzw. PCI-induzierten Effekte erreicht werden kann. Bei positiven Resultaten, ist geplant, in einem dritten Schritt zu untersuchen, ob durch eine Vorbehandlung mit einem Somatostatin-Analogon das Überleben von Wildtyp- und SSTR2A-knockout-Mäusen nach hochdosierter LPS-Gabe oder PCI verbessert werden kann.
Es wird erwartet, dass die LPS-Effekte bei den SSTR2A-knockout-Mäusen auch in Bezug auf die anderen Organsysteme deutlicher sind als bei den entsprechenden Wildtyp-Tieren und dass SSTR2A-knockout-Mäuse auf eine PCI ebenfalls empfindlicher reagieren als Wildtyp-Tiere.
Weiterhin wird damit gerechnet dass beide Somatostatin-Analoga einen protektiven Effekt aufweisen, wobei die Wirkungen des Pan-Somatostatin-Analogons Pasireotid im Vergleich zu Octreotid wahrscheinlich deutlicher ausfallen werden.
Kontakt
apl. Prof. Dr. med. habil. Amelie Lupp
Tel. +49 (0)3641 - 9 32 56 78
Universitätsklinikum Jena
Institut für Pharmakologie und Toxikologie
Drackendorfer Str. 1
07747 Jena