23.04.2026
Strategietreffen in Jena: Gemeinsam gegen Ageismus in Thüringen
Interdisziplinärer Austausch zur Bekämpfung von Altersdiskriminierung und zur Stärkung positiver Altersbilder
Jena, 23. April 2026 – Die Klinik für Geriatrie des Universitätsklinikums Jena hat gemeinsam mit der Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Thüringen e.V. – AGETHUR - zu einem Strategietreffen gegen Ageismus eingeladen. Ziel des interdisziplinären Austauschs war es, bestehende Ansätze zur Bekämpfung von Altersdiskriminierung in Thüringen zu reflektieren und Bedarfe für zukünftige Maßnahmen zu identifizieren.
Unter der Leitung von Prof. Dr. med. Tino Prell und Dr. Aline Schönenberg (Klinik für Geriatrie, Universitätsklinikum Jena) sowie Hendrik Beck (AGETHUR) kamen Akteurinnen und Akteure aus Wissenschaft, Versorgung und Praxis zusammen. Diskutiert wurden sowohl laufende Projekte als auch neue Handlungsfelder im Umgang mit Altersdiskriminierung.
Ageismus bezeichnet die bewusste wie unbewusste Benachteiligung von Menschen aufgrund ihres Alters. Diese Form der Diskriminierung kann in allen Lebensphasen auftreten, entfaltet jedoch insbesondere im höheren Lebensalter weitreichende Auswirkungen. Ein wissenschaftlicher Kurzinput verdeutlichte den Einfluss von Alterserwartungen und Stereotypen auf das eigene Älterwerden sowie auf den gesellschaftlichen Umgang mit älteren Menschen und deren gesundheitliche Versorgung. Ageismus beeinflusst damit Gesundheit, soziale Teilhabe und Lebensqualität und gewinnt vor dem Hintergrund des demografischen Wandels zunehmend an Bedeutung für die Versorgungsstrukturen in Thüringen.
In der anschließenden Diskussion berichteten die Teilnehmenden von einem deutlichen Bedarf an Maßnahmen gegen Ageismus sowohl auf individueller als auch auf struktureller Ebene. Im Fokus stand die Sensibilisierung für die Vielfalt und Vielschichtigkeit des höheren Lebensalters mit besonderem Blick auf Funktionalität, der Einsatz klarer und wertschätzender Sprache sowie der Ausbau erreichbarer, vielseitiger und nachhaltig angelegter Angebote. Als zentrale Ansatzpunkte wurde ein wissenschaftlich begleiteter, generationenübergreifender Austausch zur Stärkung positiver Altersbilder sowie eine landesweite Kampagne zur Vielfalt des höheren Lebensalters benannt.
Die Beteiligten vereinbarten, den begonnenen Dialog in Folgetreffen fortzusetzen und gemeinsam ein konkretes Projekt mit umsetzbaren Maßnahmen gegen Ageismus in Thüringen zu entwickeln.
Wir bedanken uns herzlich bei den AkteurInnen für ihre Mitarbeit an einem vielseitigen Älterwerden in Thüringen: Landesseniorenrat Thüringen, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Universitätsklinikum Jena, AGATHE Saale-Holzland-Kreis sowie Saalfeld-Rudolstadt, AWO-Begegnungsstätte Kopernikusweg Rudolstadt, Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Thüringen e.V. – AGETHUR-