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Startseite / Patienten und Angehörige / Häufige Fragen

Häufige Fragen

Wer kann in der Geriatrie behandelt werden? Wie lange dauert eine geriatrische Komplexbehandlung? Und was muss zur Aufnahme mitgebracht werden? Antworten auf diese und weitere häufig gestellte Fragen finden Sie auf dieser Seite.

  • Was ist Geriatrie?
  • Wer kann in der Geriatrie behandelt werden?
  • Wann ist eine geriatrische Behandlung sinnvoll?
  • Benötige ich eine Einweisung?
  • Was ist eine geriatrische Komplexbehandlung?
  • Welche Therapien werden angeboten?
  • Wie lange dauert die Behandlung?
  • Können Angehörige eingebunden werden?
  • Was ist ein Delir und wie kann es behandelt werden?
  • Wie kann Gangunsicherheit erkannt und behandelt werden?
  • Wie wird Mangelernährung erkannt und behandelt?
  • Wie bleibe ich im Alter fit?

Was ist Geriatrie?

Die Geriatrie ist die spezialisierte Medizin für ältere Menschen – in der Regel ab etwa 70 Jahren, insbesondere für Hochbetagte über 80 Jahre. Im Alter treten häufig mehrere Erkrankungen gleichzeitig auf, Symptome sind oft unspezifisch, und Genesungsprozesse verlaufen langsamer.

Deshalb braucht es eine Medizin, die weiter denkt als einzelne Organe.

 

Geriatrie bedeutet:

  • ganzheitliche Diagnostik und Therapie

  • Berücksichtigung von Mobilität, Kognition, Psyche und sozialem Umfeld

  • Erhalt von Selbstständigkeit und Lebensqualität als zentrales Therapieziel

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Wer kann in der Geriatrie behandelt werden?

Die Behandlung richtet sich an ältere Menschen mit mehreren Erkrankungen oder altersbedingten Einschränkungen.

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Wann ist eine geriatrische Behandlung sinnvoll?

Mit zunehmendem Alter treten häufig mehrere Erkrankungen gleichzeitig auf. Hinzu kommen Veränderungen, die den Alltag erschweren können, etwa eine eingeschränkte Mobilität, Unsicherheit beim Gehen oder Schwierigkeiten bei alltäglichen Tätigkeiten.

Eine geriatrische Behandlung kann sinnvoll sein, wenn ältere Menschen nach einer akuten Erkrankung oder einem Krankenhausaufenthalt Unterstützung benötigen, um ihre Selbstständigkeit wiederzuerlangen oder zu erhalten. Ziel ist es, körperliche und geistige Fähigkeiten zu fördern und eine Rückkehr in das gewohnte Lebensumfeld zu ermöglichen.

Typische Gründe für eine Aufnahme

Eine Behandlung in der Geriatrie kommt unter anderem infrage bei:

  • Stürzen oder Knochenbrüchen
  • Einschränkungen der Mobilität
  • allgemeiner Schwäche und Kraftverlust
  • Herz- und Kreislauferkrankungen
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Infektionen, beispielsweise einer Lungenentzündung
  • Gedächtnis- oder Konzentrationsproblemen
  • akuten Verwirrtheitszuständen (Delir)

Oft ist nicht eine einzelne Erkrankung ausschlaggebend, sondern das Zusammenspiel verschiedener gesundheitlicher und sozialer Faktoren.

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Benötige ich eine Einweisung?

In der Regel erfolgt die Aufnahme auf Grundlage einer ärztlichen Einweisung.

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Was ist eine geriatrische Komplexbehandlung?

Die geriatrische Komplexbehandlung ist ein speziell auf ältere Menschen zugeschnittenes Behandlungsprogramm. Sie verbindet medizinische Versorgung, Pflege und therapeutische Maßnahmen zu einem gemeinsamen Behandlungskonzept.

Wie läuft die Behandlung ab?

Zu Beginn erfolgt ein umfassendes geriatrisches Assessment. Dabei werden verschiedene Bereiche untersucht, darunter Mobilität, Alltagsfähigkeiten, Gedächtnisleistung, Ernährung und soziale Situation.

Auf dieser Grundlage erstellt das Behandlungsteam einen individuellen Therapieplan. Die Ziele und Maßnahmen werden regelmäßig überprüft und angepasst.

Welche Ziele hat die geriatrische Komplexbehandlung?

Die Behandlung soll dazu beitragen,

  • Beweglichkeit und Mobilität zu verbessern,
  • Alltagsfähigkeiten zu erhalten oder wiederzuerlangen,
  • gesundheitliche Beschwerden zu behandeln,
  • Krankenhausaufenthalte zu verkürzen und
  • eine Rückkehr in das gewohnte Lebensumfeld zu ermöglichen.
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Welche Therapien werden angeboten?

Je nach Bedarf kommen Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, psychologische, pflegerische und ärztliche Maßnahmen zum Einsatz.

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Wie lange dauert die Behandlung?

Die Dauer richtet sich nach dem individuellen Behandlungsbedarf. Das geriatrische Komplexprogramm umfasst häufig zwei bis drei Wochen.

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Können Angehörige eingebunden werden?

Ja. Angehörige können nach Absprache in Gespräche und die Entlassplanung einbezogen werden.

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Was ist ein Delir und wie kann es behandelt werden?

Luisa Keßler, Psychologin auf der geriatrischen Station A430, tauscht sich mit einer Patientin aus.

„Ich erkenne ihn oder sie nicht wieder.“ Diesen Satz hören Fachkräfte von Angehörigen öfter, wenn es um das Thema Delir geht. Vor allem Menschen ab 65 Jahren sind betroffen und damit sind geriatrische Patientinnen und Patienten eine der Risikogruppen, die ein Delir entwickeln können. Wie machen sich die akuten Verwirrtheitszustände bemerkbar? Welche Maßnahmen werden genutzt, damit ein Delir schnell wieder verschwindet? Luisa Keßler, Psychologin auf der geriatrischen Station A430, beantwortet fünf Fragen.  

Was ist ein Delir?

Luisa Keßler: Stellen Sie sich vor, Sie würden sich plötzlich auf einem fremden Bahnhof wiederfinden. Es herrscht viel Trubel. Viele Menschen wollen etwas von Ihnen, reden mit Ihnen, alles verschwimmt und sie sind mit der ganzen Situation einfach absolut überfordert und dazu noch erkrankt. Wir sprechen bei einem Delir ganz allgemein von Bewusstseinsveränderungen oder Verwirrtheitszuständen, die sich laut und leise äußern können. Ein Delir kann zwar in jedem Lebensalter auftreten, aber natürlich ist unsere Patientengruppe aufgrund des hohen Alters besonders gefährdet. Wir unterscheiden zwei Formen. Hyperaktive Patientinnen und Patienten zeigen sich sehr unruhig, sehr mobil, haben einen gestörten Schlaf- Wach-Rhythmus und rufen viel. Diese erkennt man anhand der Symptomatik sehr gut. Hypoaktive Delir-Fälle sind in sich gekehrt und wirken kaum ansprechbar. Manche sind wie weggetreten, andere verhalten sich plötzlich aggressiv. Halluzinationen und Schlafstörungen können dazugehören. Ein Delir ist immer ernst zu nehmen und eine gemeinsame Herausforderung für das Stationsteam und die Angehörigen. Es gibt Risikofaktoren, bei denen wir besonders auf ein Delir achten.

Welche Risikofaktoren sind das?

Luisa Keßler: Wir wissen, dass unsere Patientinnen und Patienten nach Unfällen und Operationen anfälliger für ein Delir sind. Darüber hinaus kann ein akuter Infekt die Anfälligkeit erhöhen. Auch ältere Menschen mit Blasenkatheter sind Delir-anfälliger. Ein weiteres Warnzeichen ist, wenn sie nach Liegetrauma zu uns kommen, also gestürzt, bewegungsunfähig sind und starken Flüssigkeitsmangel haben.

Was wird bei Delir-Anzeichen getan?

Luisa Keßler: Unser Aufnahmeassessment zur kognitiven Leistung kann Hinweise geben und dann wird geschaut, handelt es sich um eine beginnende Demenz, fehlende Motivation oder könnte es doch ein Delir sein. Jeder im Team übernimmt eine andere Aufgabe. Wir Psychologinnen kontaktieren beispielsweise die Angehörigen, führen eine Fremdanamnese durch und stellen Fragen zur Person, um herauszufinden, ob sich der Patient oder die Patientin auch sonst so verhält oder bereits vor dem Klinikaufenthalt Gedächtnisstörungen aufgefallen sind. Häufig sind es die Kinder und Verwandten, die das Verhalten ihres Familienmitglieds nicht wiedererkennen.

Wie wird ein Delir behandelt?

Luisa Keßler: Grundsätzlich versuchen wir zuerst die Ursachen eines Delirs zu beheben, etwa einen Infekt zu therapieren, Schmerztherapie einzusetzen oder vielleicht auch einen Katheter zu entfernen. Dabei setzen wir begleitend nicht-medikamentöse Maßnahmen ein. Bei einem Delir ist häufig der Schlaf-Wach-Ryhthmus gestört und wir versuchen das wieder herzustellen und den Tagesablauf zu restrukturieren. Außerdem sollen Reize vermindert und beispielsweise Lärm vermieden werden. Das wird bereits in der Stationsgestaltung umgesetzt. So gibt es beispielsweise auf der Station A430 ein besonderes Beleuchtungskonzept. Unsere Leitstelle ist hell erleuchtet, quasi als Fixpunkt auf der Station, während Bereiche schwächer beleuchtet sind, in die wir nicht leiten wollen. Um die Orientierung zu fördern, gibt es im Zimmer ein ortstypisches Wandbild mit einer großen Zimmernummer. Das Bild findet sich auch an der Tür außen wieder. Außerdem gibt es in jedem Zimmer einen gut lesbaren Kalender für den Tagesrhythmus, mit dem unsere Ergotherapie arbeitet und sich dabei auch um das Gedächtnistraining kümmert. Unsere Pflege arbeitet daran, wieder einen Tagesrhythmus zu geben. Gemeinsam mit Physio- und Ergotherapie sollen unsere Patientinnen und Patienten wieder aktiviert und mobilisiert werden. Das ist immer individuell auf den Fall abgestimmt. Wir schauen, dass wir bei einem Delir nicht so viel hin- und herschieben, also die Ortswechsel verringern. Gleiche Pflegepersonen geben zusätzlich Orientierung. Außerdem er halt en beispielsweise Betroffene, die mobil, aber sturzgefährdet sind, ein spezielles Lauf-Hilfsmittel, damit sie sich zwar bewegen, aber nicht umfallen können. Bei Delir besteht außerdem oft die Gefahr, dass sie die Station verlassen und sich verlaufen. Hier setzen wir Armbänder ein, die die Pflegekraft durch Piepsen informieren, wenn ein Patient die Station verlässt. Erst wenn diese Maßnahmen ausgeschöpft sind, arbeiten meine Kolleginnen und Kollegen zusätzlich mit medikamentösen Therapien.

Welche Aussichten hat eine Delir-Behandlung?

Luisa Keßler: Unsere Erfahrung zeigt, dass mit der entsprechenden Behandlung der Ursachen ein Delir schnell zu managen ist und es nach Tagen oder Wochen in der Regel vollständig abklingt. Durch ein entsprechendes Delir-Management können wir den Behandlungsverlauf positiv beeinflussen. Ziel der Behandlung ist es, dass Betroffene ohne Delir oder mit deutlich milderem Delir nach Hause entlassen werden können.  

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Wie kann Gangunsicherheit erkannt und behandelt werden?

Der Bordstein wirkt höher, der Weg zum Bäcker länger, der Boden beim Gehen manchmal schwankend. Viele ältere Menschen schreiben solche Unsicherheiten dem Älterwerden zu. Doch Gangunsicherheit ist mehr als eine Alterserscheinung. Sie kann den Alltag einschränken, das Vertrauen in den eigenen Körper mindern und Wege vermeiden lassen.

Medizinisch wird diese Form der Unsicherheit häufig auch als Schwankschwindel bezeichnet. „Gangunsicherheiten nehmen mit dem Alter deutlich zu“, erklärt Prof. Dr. Hubertus Axer, Leiter des Schwindelzentrums am UKJ. „Und damit auch das Risiko zu stürzen.“ Ein Drittel der Menschen über 65 Jahre stürzt mindestens einmal pro Jahr. Wer einmal gefallen ist, hat ein erhöhtes Risiko für weitere Stürze. Schwere Verletzungen wie Hüftfrakturen können langfristig die Selbstständigkeit gefährden.

Mit zunehmendem Alter verändern sich mehrere sensorische Systeme: das Gleichgewichtsorgan im Innenohr, das periphere Nervensystem sowie das Sehen und Hören. Diese Veränderungen können zu Schwanken und Gangunsicherheit beitragen. „Das Alter allein erklärt die Beschwerden jedoch selten vollständig“, weiß der Neurologe. Häufig kommen noch weitere Faktoren hinzu: Verschleiß an Gelenken, Muskelschwäche oder Durchblutungsstörungen. Auch Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, ein Vitamin-D-Mangel oder Osteoporose sowie die gleichzeitige Einnahme mehrerer Medikamente erhöhen das Risiko für Unsicherheiten und Stürze.

Im Schwindelzentrum am UKJ werden alle Patientinnen und Patienten mit Gangunsicherheit ambulant im Rahmen der Schwindeltherapiewoche behandelt, sofern sie noch ausreichend mobil sind. Personen mit deutlichen Mobilitätseinschränkungen – etwa bei beginnender Parkinson-Erkrankung, mit Gehbock, Rollstuhl oder Rollator – werden hingegen stationär in das Komplexprogramm der Klinik für Geriatrie eingewiesen. Im Mittelpunkt der Therapiewoche stehen zunächst Fragen nach bestehenden Erkrankungen und Medikamenten, Stürzen sowie Veränderungen im Alltag. Es folgt eine neurologische Untersuchung, bei der Reflexe, Kraft und Koordination geprüft werden. Auch typische Gangmuster geben Ärztinnen und Ärzten Hinweise auf die Ursachen der Unsicherheiten: Ein kleinschrittiger, nach vorn gebeugter Gang kann auf Parkinson hinweisen, ein breitbeiniger, unsicherer Gang auf eine Polyneuropathie, das heißt eine Erkrankung des peripheren Nervensystems. Je nach Befund schließen sich weitere Untersuchungen an. Dazu gehören Tests des Gleichgewichtsorgans, bildgebende Verfahren oder neurophysio- logische Untersuchungen. Ziel ist es, die Ursache möglichst genau einzugrenzen, da davon die weitere Behandlung abhängt.

„Viele Formen der Gangunsicherheit lassen sich behandeln oder zumindest verbessern“, so Hubertus Axer. Physiotherapie spielt dabei eine zentrale Rolle. Sie trainiert Kraft, Gleichgewicht und Koordination. Je nach Ursache kommen weitere Maßnahmen hinzu, etwa eine bessere Einstellung von bestehenden Erkrankungen wie Diabetes oder die Anpassung von Hilfsmitteln wie Sehhilfen, orthopädischen Schuhen oder Rollator.

Vermeidung verstärkt Gangunsicherheiten. Wer aus Angst vor Stürzen weniger geht, verliert Kraft und Balance. „Bewegung ist deshalb ein zentraler Schutzfaktor“, betont der Schwindel-Experte. Kurze, regelmäßige Geh- oder Übungseinheiten helfen, Sicherheit zurückzugewinnen. Sein Appell: „Gangunsicherheit sollte nie hingenommen, sondern immer abgeklärt werden.“ Früh erkannt und gezielt behandelt, lässt sich oft viel Lebensqualität erhalten – Schritt für Schritt wächst das Vertrauen in den eigenen Körper.

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Wie wird Mangelernährung erkannt und behandelt?

Am Küchentisch bleibt der Suppen-teller unberührt. Nicht, weil es nicht schmeckt, sondern weil Kauen anstrengend ist, der Appetit fehlt oder die Kraft, den Löffel zu halten. So beginnt Mangelernährung bei vielen älteren Menschen oft unbemerkt – leise und schleichend im eigenen Zuhause. Sie entsteht, wenn die aufgenommene Nahrung langfristig nicht mehr ausreicht, um den Bedarf des Körpers an Nährstoffen wie Eiweißen, Vitaminen oder Mineralstoffen zu decken. Gerade im höheren Lebensalter ist dieses Gleichgewicht zwischen Nahrungsaufnahme und Energieverbrauch empfindlich. Viele Patientinnen und Patienten kommen deshalb bereits mit einer Unterversorgung ins Krankenhaus.

„Mangelernährung ist bei älteren Menschen keine Ausnahme, sondern eher die Regel“, weiß Dr. Kristin Häseler-Ouart , Oberärztin in der Klinik für Geriatrie am UKJ. „Bis zu zwei Drittel unserer Patientinnen und Patienten sind mangelernährt oder haben ein hohes Risiko dafür.“ Besonders kritisch wird das vor Operationen oder bei akuten Erkrankungen. Wer gesund werden will, braucht Reserven – doch bei älteren Menschen sind diese oft erschöpft. „Aber je besser die körperlichen Reserven sind, desto größer ist die Chance, einen geplanten Eingriff oder eine plötzliche Erkrankung gut zu überstehen und sich danach zu erholen“, erklärt die Geriaterin.

Die Gründe für Mangelernährung sind vielfältig und wirken oft zusammen. Schluckstörung en nach einem Schlaganfall gehören ebenso zu den häufigsten Auslösern wie eine Demenz, die Mahlzeiten vergessen lässt. Krebs- oder Magen-Darm-Erkrankungen und ein hoher Bewegungsdrang können den Energiebedarf zusätzlich erhöhen. Auch soziale Faktoren spielen eine Rolle: Wer allein lebt, körperlich eingeschränkt ist oder nur über geringe finanzielle Mittel verfügt, hat oft Schwierigkeiten, regelmäßig ausgewogen zu essen.

Doch Mangelernährung ist nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Neben sehr schlanken Patientinnen und Patienten können auch Menschen mit Übergewicht betroffen sein. „Muskeln werden im Alter schneller abgebaut als Fett“, betont Kristin Häseler-Ouart. „Dieser Verlust erhöht das Sturzrisiko, verlängert Krankenhausaufenthalte und begünstigt Pflegebedürftigkeit.“ Gerade diese Form der Mangelernährung, die sogenannte sarkopene Adipositas, wird häufig übersehen.

Um Mangelernährung zu erkennen, setzt das interdisziplinäre Team der Geriatrie auf strukturierte Screenings. Bei der Aufnahme wird der Ernährungszustand als fester Bestandteil des geriatrischen Assessments unter anderem mit dem Nutrition Risk Screening erfasst. Dabei werden Faktoren wie Gewichsverlust, Body-Mass-Index, schwere Erkrankungen oder eine eingeschränkte Nahrungsaufnahme überprüft. Bei auffälligen Ergebnissen folgt eine gezielte Ernährungstherapie: Sie reicht von proteinreicher Kost und hochkalorischer Trinknahrung über die Anpassung der Konsistenz bei Schluckstörungen bis hin zur Behandlung begleitender Erkrankungen. Liegt bereits ein Muskelverlust vor, sorgen Physio- und Ergotherapie für Kraftaufbau. Auch die Angehörigen können zu Hause mit gemeinsamen Mahlzeiten und Unterstützung beim Einkaufen oder Kochen helfen.

„Mangelernährung früh zu erkennen und zu behandeln, ist eine Chance“, weiß die Geriaterin. „Das senkt Komplikationen, verbessert die Lebensqualität und hilft Menschen, länger selbstständig zu bleiben.“ Schon kleine Veränderungen können den Unterschied machen: ein zusätzliches Ei beim Frühstück, eine pürierte oder das gemeinsame Kochen mit Angehörigen. Löffel für Löffel finden Betroffene so wieder zurück in den Alltag.

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Wie bleibe ich im Alter fit?

Viele Menschen fragen sich, wie sie auch im höheren Alter möglichst lange aktiv und selbstständig bleiben können. Neben der medizinischen Versorgung spielen Bewegung, Ernährung, geistige Aktivität und soziale Kontakte dabei eine wichtige Rolle. Die folgenden Empfehlungen geben Anregungen, wie Sie Ihre Gesundheit und Lebensqualität im Alltag unterstützen können.

 

In Bewegung bleiben – jeden Tag

Regelmäßige Bewegung hält Muskeln, Gelenke und das Herz-Kreislauf-System fit. Schon tägliche Spaziergänge, leichtes Gymnastiktraining oder Radfahren wirken sich positiv auf die Gesundheit aus. Wichtig ist, eine Bewegungsform zu finden, die Freude macht und gut in den Alltag passt.

Kraft und Balance trainieren

Mit zunehmendem Alter nehmen Muskelkraft und Gleichgewichtssinn ab. Gezielte Übungen zur Kräftigung und zum Gleichgewichtstraining helfen, Stürzen vorzubeugen. Wer bereits zwei bis drei Mal die Woche ein solches Training macht, kann viel bewirken.

Geistig aktiv bleiben

Auch das Gehirn möchte trainiert werden. Lesen, Rätsel lösen, eine Sprache lernen oder ein Musikinstrument spielen fördern die geistige Fitness. Wer seinen Kopf fordert, kann Gedächtnis und Konzentration länger erhalten.

Ausgewogen und regelmäßig essen

Eine abwechslungsreiche Ernährung liefert wichtige Nährstoffe und Energie. Besonders im Alter sind ausreichend Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe wichtig, um Muskeln und Knochen zu stärken. Regelmäßige Mahlzeiten helfen zudem, den Körper gut zu versorgen.

Ausreichend trinken

Das Durstgefühl lässt im Alter häufig nach, der Flüssigkeitsbedarf bleibt jedoch bestehen. Zu wenig trinken kann zu Schwindel, Verwirrtheit oder Kreislaufproblemen führen. Wasser, ungesüßter Tee oder verdünnte Säfte sind gute Getränke für den Alltag.

Soziale Kontakte pflegen

Gespräche, gemeinsame Aktivitäten und Nähe zu anderen Menschen fördern das seelische Wohlbefinden. Soziale Kontakte können Einsamkeit vorbeugen und geben Struktur im Alltag. Wer sich verbunden fühlt, bleibt oft auch körperlich aktiver.

Schlaf ernst nehmen

Guter Schlaf ist wichtig für Erholung, Gedächtnis und Immunsystem. Feste Schlafenszeiten, ausreichend Bewegung am Tag und ein ruhiges Schlafumfeld können die Schlafqualität verbessern. Auch kurze Ruhepausen tagsüber sind erlaubt.

Vorsorge und Gesundheitschecks wahrnehmen

Regelmäßige Arztbesuche helfen, Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Dazu gehören Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen und die Überprüfung der Medikation. Eine gute medizinische Begleitung trägt wesentlich zur Lebensqualität bei.

 

 

Selbstständigkeit fördern und erhalten

Alltägliche Tätigkeiten selbst auszuführen, stärkt das Selbstvertrauen und hält fit. Hilfsmittel können unterstützen, ohne die Eigenständigkeit einzuschränken. Wichtig ist, sich Hilfe zu holen, wo sie wirklich gebraucht wird.

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