Gezielte Strahlentherapie im Tumor
Die interstitielle Brachytherapie ist ein lokal angewendetes Strahlenverfahren, bei dem eine hochdosierte Strahlenquelle direkt in das Tumorgewebe eingebracht wird. Ziel ist eine präzise Tumorzerstörung bei maximaler Schonung des umliegenden Gewebes.
Verfahren
- Durchführung durch Interventionelle Radiologie und Strahlentherapie
- Die Therapie erfolgt bildgesteuert (meist CT- oder MRT-gestützt) in örtlicher Betäubung oder kurzer Narkose.
- Feine Applikatoren (Hohlnadeln) werden millimetergenau in den Tumor eingebracht.
- Eine kurzzeitig eingeführte radioaktive Quelle (z. B. Iridium-192) bestrahlt das Tumorgewebe gezielt von innen.
- Die Strahlenquelle wird nach der geplanten Dosis vollständig entfernt, es verbleibt kein Restmaterial im Körper.
Zielgruppe – (Bsp. Leber)
- Nicht resezierbare Lebertumoren, z. B.:
- hepatozelluläres Karzinom (HCC)
- kolorektale Lebermetastasen (CRC)
- cholangiozelluläres Karzinom (CCC)
- Patienten mit erhaltener Leberfunktion und ohne diffuse Lebererkrankung
- Alternative oder Ergänzung zu Resektion, stereotaktischen Bestrahlung, Radiofrequenzablation oder SIRT
Risiken und Nebenwirkungen
- In der Regel gut verträglich, da das umliegende Gewebe geschont wird
- Möglich sind:
- lokale Schmerzen im Einstichbereich
- vorübergehende Erhöhung der Leberwerte
- in Einzelfällen: Blutungen, Infektionen oder Gallenwegskomplikationen
- Die Therapie ist nicht radioaktiv nach außen – Patienten sind nach der Behandlung nicht strahlenexponierend

