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IDIR / IRiS Jena / Therapieangebot / Interstitielle Brachytherapie

Interstitielle Brachytherapie

Gezielte Strahlentherapie im Tumor

Die interstitielle Brachytherapie ist ein lokal angewendetes Strahlenverfahren, bei dem eine hochdosierte Strahlenquelle direkt in das Tumorgewebe eingebracht wird. Ziel ist eine präzise Tumorzerstörung bei maximaler Schonung des umliegenden Gewebes.

 

Verfahren

  • Durchführung durch Interventionelle Radiologie und Strahlentherapie
  • Die Therapie erfolgt bildgesteuert (meist CT- oder MRT-gestützt) in örtlicher Betäubung oder kurzer Narkose.
  • Feine Applikatoren (Hohlnadeln) werden millimetergenau in den Tumor eingebracht.
  • Eine kurzzeitig eingeführte radioaktive Quelle (z. B. Iridium-192) bestrahlt das Tumorgewebe gezielt von innen.
  • Die Strahlenquelle wird nach der geplanten Dosis vollständig entfernt, es verbleibt kein Restmaterial im Körper.

 

Zielgruppe – (Bsp. Leber)

  • Nicht resezierbare Lebertumoren, z. B.:
    • hepatozelluläres Karzinom (HCC)
    • kolorektale Lebermetastasen (CRC)
    • cholangiozelluläres Karzinom (CCC)
  • Patienten mit erhaltener Leberfunktion und ohne diffuse Lebererkrankung
  • Alternative oder Ergänzung zu Resektion, stereotaktischen Bestrahlung, Radiofrequenzablation oder SIRT

 

Risiken und Nebenwirkungen

  • In der Regel gut verträglich, da das umliegende Gewebe geschont wird
  • Möglich sind:
    • lokale Schmerzen im Einstichbereich
    • vorübergehende Erhöhung der Leberwerte
    • in Einzelfällen: Blutungen, Infektionen oder Gallenwegskomplikationen
  • Die Therapie ist nicht radioaktiv nach außen – Patienten sind nach der Behandlung nicht strahlenexponierend

 

Warum wirkt Brachytherapie so gezielt?

Ein wesentliches physikalisches Prinzip der Brachytherapie ist der schnelle Abfall der Strahlendosis mit zunehmendem Abstand von der Strahlenquelle. Dieses Verhalten wird durch das sogenannte Abstandsquadratgesetz beschrieben: Die Strahlendosis nimmt mit dem Quadrat des Abstands zur Quelle ab.

Konkret bedeutet das:

  • Verdoppelt sich der Abstand zur Strahlenquelle, reduziert sich die Dosis auf ein Viertel.
  • Bei dreifachem Abstand beträgt die Dosis nur noch ein Neuntel.

Bedeutung für die Therapie:

  • Der Tumor, der direkt an der Quelle liegt, erhält eine hohe therapeutische Dosis.
  • Das umliegende gesunde Gewebe wird durch den steilen Dosisabfall effektiv geschont.
  • Dadurch eignet sich die Brachytherapie besonders gut für Tumoren in kritischer Nachbarschaft zu empfindlichen Organstrukturen (z. B. Leber, Gallenwege, Zwerchfell).
  • Fazit: Brachytherapie wirkt genau dort, wo sie soll – mit maximaler Präzision und minimaler Belastung für das umliegende Gewebe.

 

 

Häufige Fragen zur Brachytherapie

Die interstitielle Brachytherapie (iBT) ist ein minimalinvasives Strahlenverfahren, bei dem eine hochpräzise Strahlenquelle direkt in den Tumor eingebracht wird. Dadurch wird der Tumor gezielt zerstört, während das gesunde Gewebe weitgehend geschont wird.

HIer beantworten wir Ihnen die häufigsten Fragen, die Patienten und Angehörige zu diesem Verfahren haben:

Für wen eignet sich die interstitielle Brachytherapie?

Die Methode wird angewendet, wenn Lebertumoren nicht operabel sind – z. B. aufgrund ungünstiger Lage, multifokaler Tumoren, eingeschränkter Leberfunktion oder Begleiterkrankungen.

Wie läuft die Behandlung ab?

Unter Ultraschall- oder CT-Kontrolle werden feine Sonden in den Tumor eingeführt. Eine radioaktive Quelle wird kurzzeitig über diese Sonden platziert und anschließend vollständig wieder entfernt.

Ist eine Narkose notwendig?

Nein, meist reicht eine lokale Betäubung oder Sedierung.

Welche Vorteile bietet die interstitielle Brachytherapie?

  • Sehr präzise, lokal begrenzte Bestrahlung
  • Schonung des gesunden Gewebes
  • Geeignet auch für zentral liegende Tumoren
  • Gut kombinierbar mit anderen Therapien
  • Wiederholbar

Welche Risiken gibt es?

Es kann zu leichtne Schmerzen an der Einstichstelle, Blutergüssen oder vorübergehender Verschlechterung der Leberwerte kommen. Selten treten Blutungen oder Infektionen auf.

Wie lange bleibe ich im Krankenhaus?

Patientinnen und Patienten bleiben typischerweise ein bis zwei Tage im Krankenhaus.

Wann sieht man Ergebnisse?

Ergebnisse sieht man meist nach 6 bis 12 Wochen im Rahmen bildgebender Kontrollen.

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