Clinician Scientist-Programm 2019
Thema: "Rolle der Mikroglia in der Pathophysiologie der Sepsis-assoziierten Enzephalopathie"
Zusammenfassung:
Langanhaltende und schwerwiegende neurokognitive Beeinträchtigungen sind eine der häufigsten Langzeitfolgen nach stattgehabter Sepsis. In Vorarbeiten fanden wir im Mausmodell einer experimentellen Sepsis eine gestörte Gedächtnisfunktion sowie eine reduzierte Anzahl neuronaler Spines als morphologisches sowie eine gestörte Langzeitpotenzierung als funktionelles Korrelat beeinträchtigter neuronaler Plastizität. Darüber hinaus zeigte sich eine ausgeprägte Zunahme der Mikroglia (ortsständige
Immunzellen). Diese Zellen haben u. a. eine bedeutende Rolle bei der Modulierung synaptischer Vorgänge. In diesem Projekt soll der Einfluss der Mikroglia in der Sepsis-assoziierten Enzephalopathie (SAE) untersucht werden, um Mechanismen der SAE und mögliche therapeutische Angriffspunkte zu identifizieren. Dies soll in 3 Teilschritten erfolgen: 1) soll die kognitive Funktion bei SAE nach genetischer Mikrogliadepletion mittels CX3CR1CreERT2:iDTR-Mausstamm untersucht werden 2) soll mittels FACS aus Hirngewebe eine Typisierung der Immunzellen (insbesondere der Mikroglia) und eine zellspezifische Transkriptomanalyse erfolgen 3) soll in-vitro eine direkte Interaktion zwischen Mikroglia und Neuronen analysiert werden.