Jena (UKJ/kbo). Es ist ein wichtiger Meilenstein für die Versorgung krebskranker Kinder und Jugendlicher in Thüringen: Die Kinderonkologie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Jena (UKJ) ist erstmals als Kinderonkologisches Zentrum durch die Deutsche Krebsgesellschaft zertifiziert worden. Damit bestätigt die Fachgesellschaft, dass Diagnostik, Behandlung und Nachsorge in Jena nach klar definierten Qualitätsstandards erfolgen. „Die Zertifizierung ist ein starkes Signal für Eltern und Familien“, sagt Prof. Dr. Till Milde, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und Leiter des Kinderonkologischen Zentrums. „Sie zeigt, dass Kinder bei uns nach aktuellsten medizinischen Erkenntnissen behandelt werden und alle an der Therapie beteiligten Fachdisziplinen eng zusammenarbeiten.“
In der Kinderonkologie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin werden Kinder und Jugendliche mit Blut- und Krebserkrankungen aller Art – vom Säuglingsalter bis zum jungen Erwachsenen – umfassend diagnostiziert und behandelt. Jährlich betreut das multiprofessionelle Team aus Ärztinnen und Ärzten, Pflegekräften, Sozialarbeitern und Psychologen rund 400 Fälle stationär sowie etwa 700 Fälle in der Tagesklinik. Neben einer spezialisierten Kinderonkologie-Station stehen eine Tagesklinik sowie eine hämatologisch-onkologische Ambulanz für Diagnostik, Therapie und Nachsorge zur Verfügung.
Eine besondere medizinische Stärke des Kinderonkologischen Zentrums Jena ist die enge Einbindung in das Mitteldeutsche Krebszentrum (CCCG) und das UniversitätsTumorCentrum Jena (UTC). Dadurch ist eine enge Zusammenarbeit mit zahlreichen Fachdisziplinen wie Chirurgie, Strahlentherapie, Radiologie, Pathologie und weiteren Bereichen gewährleistet. Zudem deckt das Zentrum das gesamte Behandlungsspektrum der Kinderonkologie ab und bietet – unter anderem durch die Anbindung an frühe klinische Studien – Zugang zu modernen und innovativen Therapieansätzen. Die Auditorinnen und Auditoren hoben insbesondere diese Studienmöglichkeiten sowie die ausgeprägte interdisziplinäre Zusammenarbeit positiv hervor.
Neben der medizinischen Expertise spielt auch die menschliche Begleitung der Kinder und ihrer Familien eine zentrale Rolle. Fester Bestandteil der Versorgung sind psychosoziale Unterstützung, sozialrechtliche Beratung sowie weitere unterstützende Angebote. Eine besondere Bedeutung kommt dabei der engen Zusammenarbeit mit der Elterninitiative für krebskranke Kinder Jena e. V. zu, mit der die Kinderonkologie des UKJ seit mehr als 35 Jahren verbunden ist. Diese gewachsene Partnerschaft trägt wesentlich dazu bei, Familien in einer besonders belastenden Lebensphase zu unterstützen.
Das Kinderonkologische Zentrum am UKJ nimmt eine herausragende Stellung in der Region ein: Es ist das einzige universitäre kinderonkologische Zentrum in Thüringen und zugleich das einzige Stammzelltransplantationszentrum für Kinder im Freistaat. Behandelt wird das gesamte Spektrum kinderonkologischer Erkrankungen – von Leukämien und Lymphomen über Hirntumoren bis hin zu Sarkomen und anderen soliden Tumoren.
„Für uns ist die Zertifizierung Anerkennung und Verpflichtung zugleich“, betont die Koordinatorin des Kinderonkologischen Zentrums, Oberärztin Dr. Jana Ernst. „Unser Ziel ist es, krebskranken Kindern nicht nur eine medizinisch hochwertige Behandlung zu bieten, sondern sie und ihre Familien auch menschlich verlässlich zu begleiten.“

