DIVA - Digitale Vernetzung in der konservativen Augenheilkunde
Studienziel
In Thüringen erhalten bis zu 54 Prozent der gesetzlich Versicherten mit Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2 nicht die empfohlenen augenärztlichen Screening-Untersuchungen zur Früherkennung diabetischer Netzhauterkrankungen. Besonders in strukturschwachen Regionen besteht ein Versorgungsengpass, wodurch Betroffene einem erhöhten Risiko für unerkannte und fortschreitende Netzhautschäden ausgesetzt sind.
Das primäre Ziel des Projekts DIVA ist es, mithilfe einer neuen Versorgungsform (NVF) die Screening-Rate für diabetische Netzhauterkrankungen in unterversorgten Regionen Thüringens zu erhöhen. Durch die telemedizinische Untersuchung des Augenhintergrunds sollen Netzhautveränderungen frühzeitig erkannt, schwere Krankheitsverläufe verhindert und augenärztliche Ressourcen effizienter genutzt werden.
Das Projekt wird über dreieinhalb Jahre mit rund 6,2 Millionen Euro gefördert und startet im Sommer 2025. Bei erfolgreicher Umsetzung könnte die telemedizinisch unterstützte Netzhautuntersuchung langfristig in die Regelversorgung übernommen und als Modell für weitere telemedizinische Anwendungen etabliert werden.
Teilprojekte des Instituts für Allgemeinmedizin
Die Einführung der NVF wird im Rahmen einer wissenschaftlichen Begleitstudie durch die Arbeitsgruppe Quantitative Versorgungsforschung des Instituts für Allgemeinmedizin evaluiert. Die Evaluation umfasst folgende Schwerpunkte:
- Screening-Raten: Führt die Einführung der NVF zu einer höheren Rate an Screening-Untersuchungen des Augenhintergrunds bei gesetzlich Versicherten mit Diabetes mellitus in unterversorgten Regionen Thüringens?
- Auswirkungen auf augenärztliche Kapazitäten: Entlastet die NVF die augenärztlichen Praxen und schafft sie Kapazitäten für andere notwendige Behandlungen?
- Umsetzung in der Praxis: Wie gut lässt sich die NVF in bestehende Versorgungsstrukturen integrieren?
- Zufriedenheit der Beteiligten: Wie bewerten Patientinnen, Patienten sowie medizinisches Fachpersonal die neue Versorgungsform?
- Kosten-Effektivität: Ist die NVF im Vergleich zur konventionellen augenärztlichen Versorgung wirtschaftlich tragfähig?
Projektteam
Konsortialführer
- Kassenärztliche Vereinigung Thüringen
Kooperationspartner
- Universitätsklinikum Jena, Institut für Allgemeinmedizin
- BARMER
- DAK-Gesundheit
- Techniker Krankenkasse
Kooperierende Krankenkassen
- AOK PLUS
- KKH
- BKK Landesverband Mitte