Androgen-Regulation bei Sepsis-Antwort: Verbesserungen durch Androgenrezeptor-Antagonisten?
Allgemeines
Akronym: ARAS
Projektleiter: Daniela Röll
Prof. Aria Baniahmad
Forschungsfeld: B Neue diagnostische Technologien und Verfahren
Projektnummer: B3.3
Projektlaufzeit: 01.04.2011 bis 28.02.2014
Projektbeschreibung
In kürzlich veröffentlichten Artikeln konnte eine geschlechterspezifische Antwort beim Menschen auf eine Sepsis gezeigt werden, wobei Frauen in der pro-östrus Phase eine bessere Überlebenschance als Männer aufweisen (Raju und Chaudry, 2008; Angele et al., 2006). Mäusestudien belegten diese statistische Auswertung experimentell (Raju und Chaudry, 2008). Ebenso führte die Applikation des in der Prostatakrebstherapie eingesetzten Androgenrezeptor-Antagonisten Flutamid zu einer verbesserten Sepsistoleranz (Remmer et al., 1997; Wichmann et al., 1997). Da Flutamid neben der Aktivierung des Androgenrezeptorsignalweges auch Einfluss auf den Östrogensignalweg nimmt, ist bis heute noch nicht geklärt, ob der positive Effekt von Flutamid bei der Sepsistoleranz über den Östrogen (ER)- , den Androgenrezeptor (AR) oder beide vermittelt wird.
In den letzten Jahren konnten in der Arbeitsgruppe von Prof. Baniahmad strukturell neuartige, spezifische AR-Antagonisten identifiziert oder neu entwickelt werden. Der Einfluss dieser AR-Antagonisten auf die Sepsistoleranz soll innerhalb der Studie bei männlichen und weiblichen Mäusen untersucht werden. Da die hier verwendeten Antagonisten AR spezifisch sind, können die erhaltenen Daten neue Einblicke in die fundamentale Erforschung einer Sepsis bieten und im folgenden eine neuartige Behandlungsmethode für Sepsispatienten darstellen.
Somit stellt dieses Forschungsvorhaben die erste Analyse von Hormonantworten auf molekulargenetischer Ebene dar, in dem der Fokus auf der Rolle von Androgenen und AR-Antagonisten liegt.
Hypothesen
1) Geschlechtshormone, wie Östrogene und Androgene spielen eine entscheidende Rolle bei der Sepsisantwort.
2) Die Hemmung des AR spielt eine wichtige Rolle bei der Immunantwort. Folglich könnten AR-Antagonisten einen positiven Einfluss auf die Sepsisantwort bei Männern haben.
3) In Mäuse- und in in vitro Studien soll der Einfluss der AR-Inhibierung und der ER- Aktivierung durch neue AR-Antagonisten bzw. Östrogen während der Sepsis aufgeklärt werden.
Publikationen
Poster
Tagung der Deutschen Gesellschaft für Genetik, September 2011 in Würzburg; Titel: Novel Lead Structures to Inhibit the Androgen Receptor and Prostate Cancer Cell Proliferation; Autoren: Daniela Roell, Thomas W. Rösler, Stephanie Degen, Rudolf Matusch, Aria Baniahmad
Kontakt
Universitätsklinikum Jena
Institut für Humangenetik
AG Molekulargenetik
Kollegiengasse 10
07743 Jena