Traumafolgestörungen bei kritisch kranken Patienten nach schwerer Sepsis
Allgemeines
Akronym: CRISIS
Projektleiter: Dr. phil. Jenny Rosendahl
Dipl.-Psych. Gloria-Beatrice Wintermann
Forschungsfeld: E Langzeitfolgen
Projektnummer: E5.3
Projektlaufzeit: 01.09.2011 bis 31.08.2013
Modul: Graduiertenstelle
Projektbeschreibung
Die schwere Sepsis stellt eine lebensbedrohliche Erkrankung dar und geht mit einem langen intensivstationären Aufenthalt einher. In Folge lebensbedrohlicher Ereignisse können Traumafolgestörungen wie die Akute Belastungsreaktion (ICD-10: F43.0) und die Posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) als psychopathologische Reaktionen entstehen und langfristig die Lebensqualität der Überlebenden maßgeblich beeinträchtigen. Das primäre Ziel der vorliegenden Studie fokussiert auf die Erfassung der Auftretenshäufigkeit von Traumafolgestörungen mittels valider diagnostischer Verfahren bei Überlebenden nach schwerer Sepsis, die aufgrund einer Critical Illness Polyneuropathie oder einer Critical Illness Myopathie behandelt werden. Ein zweites Ziel des Projektes ist die Untersuchung des Zusammenhangs zwischen klinischen, demografischen und pychologischen Variablen und den Symptomen einer Traumafolgestörung vier Wochen, drei Monate und sechs Monate nach Entlassung von Intensivstation nach Überleben einer schweren Sepsis. Schließlich soll die psychotherapeutische Versorgungssituation der Patienten, die unter Traumafolgestörungen nach Sepsiserkrankung leiden, evaluiert werden. In einer prospektiv-longitudinalen Studie werden N = 185 Patienten, die eine schwere Sepsis überlebt haben und aktuell wegen einer Critical Illness Polyneuropathie oder einer Critical Illness Myopathie in der Klinik Bavaria Kreischa, einer Post-Akut Rehabilitationsklinik, behandelt werden, konsekutiv eingeschlossen und im Zeitraum von sechs Monaten nach Entlassung von Intensivstation mehrmals mit einem strukturierten klinischen Interview (SKID-I) und Fragebögen untersucht.
Publikationen
Jaenichen D, Brunkhorst FM, Strauß B, Rosendahl J. Körperliche und psychische Langzeitfolgen nach intensivmedizinischer Behandlung einer schweren Sepsis bei Patienten und Angehörigen. Psychother Psych Med 2012; 62: 1-11.
Vorträge auf dem Kongress für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie 29.03.2012 in München:
„Psychische Langzeitfolgen schwerer Sepsis bei Patienten und Angehörigen“ (Rosendahl J, Jaenichen D, Brunkhorst FM, Strauß B)
„Traumafolgestörungen bei kritisch kranken Patienten nach schwerer Sepsis“ (Nestler S, Wintermann G, Oehmichen F, Pohl M, Brunkhorst, FM & Rosendahl J)
Kontakt
Tel. +49 (0)3641 - 9 35 482
Universitätsklinikum Jena
Institut für Psychosoziale Medizin und Psychotherapie
Stoystraße 3
07743 Jena
Dipl.-Psych. Gloria-Beatrice Wintermann
Tel. +49 (0)351 - 4 58 20 79; 4 58 70 59
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Klinik und Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie
Fetscherstraße 74
01307 Dresden