Laufende Projekte
SEPWISS 2.0
Titel:
Impfprävention und sepsisspezifische Notfallkompetenz verbessern – wie die Identifikation von Risikogruppen und ihre zielgruppenspezifische Gesundheitsaufklärung über Krankenkassen gelingen kann (SEPWISS 2.0)
Projektziel:
Menschen im höheren Alter und Patient:innen mit Vorerkrankungen haben ein erhöhtes Risiko, an einer Sepsis zu erkranken bzw. zu versterben. Gleichzeitig weist diese Personengruppe aber ein zu niedriges Wissen über Sepsis, zu geringe Impfquoten und eine zu niedrige sepsis-bezogene Notfallkompetenz auf. Im Projekt SEPWISS 2.0 sollen die Grundlagen für eine zielgruppenspezifische Patient:innenaufklärung zur Steigerung von Sepsiswissen und -früherkennungskompetenz geschaffen werden. Hierzu werden Risikopatient:innen identifiziert, im Rahmen einer personalisierten Informationskampagne über Sepsis aufgeklärt und durch eine qualitative und quantitative Evaluation dieses Pilotprojekts allgemeine Erkenntnisse für die Übertragbarkeit der entwickelten Methoden generiert.
Dieses Projekt setzen wir gemeinsam mit Dr. Daniel Schwarzkopf und seinem Team „Klinische Epidemiologie und Versorgungsforschung“ und unseren Konsortialpartnern um.
Leitung: PD Dr. Carolin Fleischmann-Struzek (UKJ)
Konsortialpartner: Sepsis Stiftung, BARMER, Universität Magdeburg
Laufzeit: März 2026 bis Februar 2029
Gefördert vom Innovationsfonds des G-BA, Förderkennzeichen: 01VSF25042
VARiCaNe
Impfeinstellung und Impfwissen von Risikogruppen für kardiovaskuläre und neurodegenerative Erkrankungen (Vaccination Attitude and Vaccination Knowledge of Risk Groups for Cardiovascular and Neurodegenerative Diseases)
Projektziel:
Personen mit chronischen Erkrankungen und Personen hohen Alters stellen eine besondere Risikogruppe für Erkrankungen dar, für die es im Rahmen einer potenziellen Erkrankungsprävention Impfungen gibt. Allerdings sind die meisten Personen dieser Risikogruppe nur unvollständig u. a. gegen Influenza, Pneumokokken, Herpes Zoster und Respiratorische Synzytial-Viren (RSV) geimpft. In dem Forschungsprojekt VARiCaNe wollen wir Informationsformate für diese Risikogruppen entwickeln, welche neuere Erkenntnisse zum Thema Impfen zielgruppengerecht vermittelt und damit zu einer fundierten Impfentscheidung beiträgt.
Im Rahmen des Projektes soll eine Befragung von Personen mit Vorerkrankungen zum Impfwissen und zur Einstellung zum Impfen in verschiedenen Bevölkerungsgruppen zu erfolgen.
VARiCaNe - Information für teilnehmende Personen
Projektteam
Wir sind ein interdisziplinäres Team des Universitätsklinikums Jena (UKJ), welches dieses Projekt verantwortet:
Dr. Konstantin Heimrich (Arzt)
PD Dr. Carolin Fleischmann-Struzek (Ärztin)
Dr. Sebastian Born (Psychologe)
AVENIR
Sepsis ist die Haupttodesursache von Infektionserkrankungen und mit etwa 20% aller weltweiten Todesfälle assoziiert. Jede Verzögerung einer adäquaten Diagnostik und Akuttherapie ist mit einer Erhöhung der Sterblichkeit verbunden, die in Deutschland über dem Niveau anderer Industrienationen liegt. Jeder dritte Sepsisüberlebende leidet unter kognitiven, psychischen oder physischen Folgeerkrankungen, für die es bisher an spezifischen Behandlungs- und Nachsorgekonzepten fehlt. Das AVENIR Projekt (Förderkennzeichen 01VSF21031) hat das Ziel, durch eine umfassende Erforschung von Versorgungspfaden und -erfahrungen von Sepsispatienten die Versorgung und das kurz- und langfristige Outcome dieser Patienten zu verbessern. Im Rahmen des Projektes werden Routinedaten von AOK-Versicherten mit Sepsiserkrankung untersucht. Zudem erfolgt eine qualitative Erhebung mittels leitfadengestützter Interviews zur Versorgungssituation, in der die Perspektive von Patienten und Angehörigen sowie Behandlern von Sepsispatienten beleuchtet wird.
Leitung: PD Dr. Carolin Fleischmann-Struzek
Partner: am Universitätsklinikum Jena: Institut für Allgemeinmedizin und IMSID, sowie Sepsis-Stiftung Berlin und Universität Magdeburg
Laufzeit: 09/2022-02/2026
DQS
Das Deutsche Qualitätsbündnis Sepsis (DQS) hat das Ziel die Behandlung von Patienten mit Sepsis in den teilnehmenden Krankenhäusern deutschlandweit zu verbessern und dadurch die Zahl sepsisbedingter Todesfälle entscheidend zu senken. Das DQS ist aus dem Projekt ICOSMOS hervorgegangen, welches von 2015 bis 2018 in Förderung durch das BMBF am Center for Sepsis Control and Care am Universitätsklinikum Jena umgesetzt wurde. Das Projekt finanziert sich aus Jahresbeiträgen der teilnehmenden Krankenhäuser
Leitung: PD Dr. phil. D. Schwarzkopf
Laufzeit: unbegrenzt
Homepage: www.sepsis-buendnis.de
MOSAIK – Medizinische und psychosoziale Folgen von Schwangerschaftsverlusten
Fehlgeburten und gestörte Frühschwangerschaften sind häufige Ereignisse, die für betroffene Frauen mit erheblichen körperlichen und psychosozialen Belastungen verbunden sein können. Gleichzeitig fehlen in Deutschland belastbare Daten zur Häufigkeit von Schwangerschaftsverlusten, zu den gewählten Behandlungswegen sowie zu den langfristigen gesundheitlichen und psychosozialen Folgen und bestehenden Versorgungslücken.
Das vom Innovationsfonds geförderte Projekt MOSAIK untersucht daher systematisch die Epidemiologie von Schwangerschaftsverlusten und Versorgung von Frauen nach Schwangerschaftsverlust. Hierzu werden deutschlandweite AOK-Routinedaten analysiert, betroffene Frauen qualitativ interviewt und die Daten miteinander trianguliert, um einen umfassenden Einblick in den aktuellen Stand der Versorgung zu erhalten.
Auf dieser Grundlage werden infolge dessen gemeinsam mit Expertinnen und Experten sowie Patientenvertretungen Empfehlungen für eine bedarfsgerechte medizinische Versorgung, Nachsorge und psychosoziale Unterstützung nach Schwangerschaftsverlust entwickelt.
Leitung: Dr. Janine Zöllkau (Klinik für Geburtsmedizin, UKJ), PD Dr. Carolin Fleischmann-Struzek (FB Versorgungsforschung, Institut für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene, UKJ)
Partner: Wissenschaftliches Institut der AOK
Laufzeit: März 2027 bis Februar 2030
Förderung: GBA-Innovationsfonds (FKZ 01VSF26047)
INTENSE – Interdisziplinäre, telemedizinisch-gestützte Nachsorge für Sepsisüberlebende
Eine Sepsis kann auch nach erfolgreicher Akutbehandlung zu langfristigen körperlichen, kognitiven und psychischen Beeinträchtigungen führen. Diese als Post-Sepsis-Syndrom bezeichneten Folgen beeinträchtigen häufig die Lebensqualität und Alltagsfunktion der Betroffenen. Bislang fehlt in Deutschland jedoch eine koordinierte, interdisziplinäre Nachsorge, die diese unterschiedlichen Problembereiche systematisch adressiert.
Das vom Innovationsfonds geförderte Projekt INTENSE pilotiert daher ein interdisziplinäres, überwiegend telemedizinisch durchgeführtes Nachsorgeprogramm für Menschen mit Post-Sepsis-Syndrom. Zu Beginn erfolgt eine dreitägige umfassende Assessmentphase im Interdisziplinären Zentrum für Postinfektiöse Langzeitfolgen (IZPL) am Universitätsklinikum Jena. Dabei werden individuelle körperliche, kognitive und psychische Beeinträchtigungen erfasst und der weitere Unterstützungsbedarf bestimmt. Daran schließt sich eine zwölfwöchige telemedizinisch gestützte Intervention an, die kognitives Training, aktivierende Bewegungs- und Atemübungen, psychologische Gruppenangebote sowie ärztliche Beratung kombiniert. Untersucht werden insbesondere der Einfluss auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität nach 90 Tagen sowie die Machbarkeit, Akzeptanz und Umsetzbarkeit des Versorgungskonzepts.
Leitung: PD Dr. Ha-Yeun Chung (Klinik für Neurologie, UKJ)
Evaluation: FB Versorgungsforschung, Institut für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene, UKJ
Laufzeit: Januar 2027 bis Dezember 2028
Förderung: GBA-Innovationsfonds (FKZ 01NVF26101)
RESTART - Transforming care for Post-Acute Infection Syndromes (PAIS) in Europe
Post-akute Infektionssyndrome (PAIS) wie Long COVID und Post-Sepsis-Syndrom können nach akuten Infektionen zu langanhaltenden körperlichen, kognitiven und psychischen Beschwerden, eingeschränkter Teilhabe und erheblichen sozioökonomischen Belastungen führen. Gleichzeitig unterscheiden sich Versorgung und Nachsorge in Europa erheblich, und es fehlen übergreifende, evidenzbasierte und auf unterschiedliche Gesundheitssysteme übertragbare Versorgungskonzepte.
Das europäische Forschungsprojekt RESTART verfolgt in fünf Säulen einen umfassenden Ansatz zur Verbesserung der Prävention, Diagnostik, Behandlung und Rehabilitation von PAIS. In Säule 1 bis 4 werden große populations- und klinische Kohorten aufgebaut, Risikofaktoren und Krankheitsmechanismen untersucht, neue Therapieansätze in einer adaptiven Plattformstudie geprüft und digitale Rehabilitationsangebote für körperliche, kognitive und psychische Langzeitfolgen entwickelt und validiert.
In Säule 5, dem Implementierungspaket, werden die wissenschaftlichen Ergebnisse mit den Erfahrungen von Patientinnen und Patienten, Gesundheitsberufen und gesundheitspolitischen Akteuren verbunden. Unter Beteiligung relevanter Stakeholder wird ein National PAIS Plan Framework entwickelt, das Empfehlungen für zentrale Versorgungsbereiche strukturiert: Risikoerkennung, Stratifikation, Behandlung unterschiedlicher PAIS-Subtypen, Rehabilitation, Monitoring sowie organisatorische Voraussetzungen. Darauf basierend entstehen eine digitale PAIS Wissens- und Ressourcenplattform und ein Tool zur Implementierungsunterstützung, mit dem evidenzbasierte Ansätze für unterschiedliche nationale und regionale Versorgungskontexte nutzbar und implementierbar gemacht werden. Methodisch verbindet Säule 5 Evidenzsynthesen, qualitative Forschung, Patient Journey Mapping, partizipative Co-Kreation und Methoden der Implementierungswissenschaft. Die entwickelten Instrumente werden zunächst in Pilotprojekten erprobt und mittels Realist Evaluation daraufhin untersucht, was für wen, unter welchen Kontextbedingungen und warum funktioniert.
Leitung Säule 5: Dr. Claudia Matthäus-Krämer, PD Dr. Carolin Fleischmann-Struzek
Gesamtprojektleitung: Prof. Judith Rosmalen, Prof. Hjalmar Bouma, University Medical Center Groningen
Laufzeit: Januar 2027 bis Dezember 2031
Förderung: EU-Horizon
Versorgungserfahrungen von Patient:innen mit ambulant erworbener infektiöser Endokarditis
Die infektiöse Endokarditis ist eine schwere, meist bakterielle Entzündung der Herzinnenhaut oder der Herzklappen, die einen längeren stationären Aufenthalt sowie eine langwierige ambulante Nachsorge erfordert. Für Betroffene bedeutet dies häufig einen komplexen und belastenden Versorgungsweg mit vielen beteiligten Akteuren, von den ersten Symptomen über die Diagnosestellung bis in die Nachsorge.
Ziel des Projektes ist es, die Perspektive der Patientinnen und Patienten besser zu verstehen. In persönlichen Interviews mit Betroffenen, bzw. bei motorisch oder sprachlich eingeschränkten Patienten vertretungsweise mit nahen Angehörigen, wollen wir herausfinden, an welchen Stellen Informations- und Versorgungslücken entstehen, um daraus verbesserte Nachsorgekonzepte zu entwickeln.
Leitung: PD Dr. Carolin Fleischmann-Struzek, PD Dr. Stefan Hagel, Dr. Claudia Matthäus-Krämer
Laufzeit: August 2026 bis Februar 2028
Förderung: DFG (DFG: EndoDalba Studie 2026-526149-91-00, DFG: Eudra-CT 530334941), IKARUS Else-Kröner-Stiftung