Clinician Scientist-Programm 2024
Thema: "Sonografische und elektrophysiologische Verlaufsuntersuchungen bei Engpasssyndromen und Nervenverletzungen"
Zusammenfassung:
Verletzungen von peripheren Nerven sind häufig und führen zu relevanten Beeinträchtigungen für den betroffenen Patienten. Hierbei kann ein peripherer Nerv durch Druck an anatomischen Engpässen geschädigt werden wie z. B. beim Karpaltunnelsyndrom (CTS) oder beim Sulcus-ulnaris-Syndrom (SUS). Es kann aber auch durch ein Trauma zu einer Quetschung, Zerrung oder traumatischen Durchtrennung des Nervens kommen. Der hochauflösende Nerven-Ultraschall ist eine neue Untersuchungsmethode, die hier deutliche diagnostische Verbesserungen verspricht. Über eine Studiendauer von etwa 3 Jahren sollen 80 Patienten mit CTS-OP, 80 Patienten mit konservativ behandeltem CTS, 50 Patienten mit SUS-OP sowie 80 Patienten mit traumatischen Nervenverletzungen im Verlauf untersucht werden (vor OP bzw. bei Diagnose, nach 2 Wochen, nach 4 Wochen, nach 6 Monaten). Es sollen jeweils standardisierte Polyneuropathie (PNP) Scores (Neuropathie Symptom Score (NSS), Neuropathie Defizit Score (NDS), Overall Neuropathy Limitations Scale (ONLS)) sowie standardisierte Fragebögen zum CTS (Boston carpal tunnel questionnaire (BCTQ)) und zum SUS (Ulnar Neuropathy of the Elbow Questionnaire (UNEQ)) erhoben werden. Elektroneurografisch werden jeweils der betroffene Nerv und die nicht betroffene Gegenseite gemessen. Mit Ultraschall soll sowohl der betroffene Nerv als auch die nicht betroffene Gegenseite untersucht werden. Im Rahmen des geplanten Projektes sollen Sensitivität und Spezifität von Nervenultraschall zur Diagnose besagter Engpasssyndrome sowie peripherer Nervenläsionen ermittelt werden. Insbesondere soll untersucht werden, ob eine gleichzeitig vorliegende Polyneuropathie die Diagnose mittels Ultraschall erschwert. Im weiteren Verlauf soll durch das geplante Projekt außerdem erstmals der standardisierte Verlauf besagter Nervenschädigungen mittels Ultraschall beschrieben werden.