Anfang 2025 erschien der Tagungsband „Koloniales Erbe in Thüringen“ der gleichnamigen Koordinationsstelle im Deutschen Kunstverlag. Darin enthalten ist ein Artikel von U. Lötzsch, K. Scheelen-Nováček und C. Stark über das Skelett eines Schwarzen Mannes aus der Anatomischen Sammlung, dessen Schicksal wir 2022 in unserem Projekt erforscht hatten.
Im vergangenen Herbst haben wir erstmals an Objektkarten zur Notfallbergung von Kulturgütern gearbeitet. Eine aktualisierte Version der Karten konnten wir im Februar für die Jenaer Feuerwehr hinterlegen.
Im Februar besuchte der Jenaer Arbeitskreis „Sprechende Vergangenheit“ die Ausstellung der Anatomischen Sammlung und es gab einen angeregten Austausch über die Rolle der Jenaer Anatomischen Anstalt in der NS-Zeit.
Beim Treffen des Arbeitskreises "Provenienzforschung" des Museumsverbands Thüringen im März berichtete Ulrike Lötzsch in einem Vortrag über die Provenienzforschung in der Anatomischen Sammlung.
Zur "Langen Nacht der Museen" Ende Mai kamen mehr als 1.470 Besucherinnen und Besucher in unsere Ausstellung.
Mit dem Preisgeld des Museumspreises 2024 der Sparkassenstiftung Hessen-Thüringen haben wir zwei kurze Filme realisiert. Von April bis Juni setzte der Medienproduzent Johannes Romeyke aus Weimar einen mehrminütigen Einführungsfilm für die Ausstellung der Anatomischen Sammlung und einen kurzen Teaser zum Ausspielen im Internet um.
Mitte Juni ging eine Anfrage der "Association on American Indian Affairs" zu Gebeinen von Angehörigen der nordamerikanischen Native Nations bei uns ein. Es fand ein Austausch per Videocall statt und wir stehen weiter in Kontakt.
Im Juni kam die Seminargruppe „Kulturtechnik des Sammelns und die Geschichte der Dinge“ von Prof. Laukötter und Prof. Brandt (Universität Jena) für eine thematische Führung in unsere Ausstellung.
Ein frisch plastiniertes menschliches Gehirn aus unserer Sammlung ging im September als Dauerleihgabe an das Senckenberg-Museum in Frankfurt am Main. Zuvor war dort bereits übergangsweise ein anderes Gehirn aus unserer Sammlung gezeigt worden. Die beiden spendenden Personen hatten vor ihrem Tod einer öffentlichen Ausstellung ihrer Körperteile zugestimmt.
Ulrike Lötzsch nahm im November an einer Exkursion des interdisziplinären "Netzwerks menschliche Überreste" ins Deutsche Medizinhistorische Museum Ingolstadt teil. Dort gab es einen intensiven Austausch über das Ausstellen menschlicher Überreste.
Wie bereits im Vorjahr konnten einzelne von Schädlingen befallene Möbel im Depot gegen gebrauchte Archivschränke und Regale ausgetauscht werden. Zum Jahresende wurden nun fast 200 menschliche Schädel einzeln in Archivkartons umgebettet und sind damit sauber und geschützt untergebracht.
